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Vorletzten Samstag hat Jannika Corona aus der Kita mitgebracht. Wir wussten, dass es einige Fälle gab und Jannika mit den Kindern Kontakt hatte. Es war zu spät, sie aus der Kita zu nehmen, wenn dann war die Ansteckung mit Sicherheit schon passiert. Am Samstag war ihr Schnelltest dann positiv. Symptome hat sie in keiner Weise gezeigt, aber weitergegeben hat sie Corona trotzdem sehr schnell an Alina. Die war ein bisschen platt und zeigt Erkältungssymptome, nix dramatisches. Dafür hat sich ein paar Tage später Maria die volle Breitseite Grippesymptome abgeholt, Kopf- und Gliederschmerzen galore. Freitag dufte ich dann auch: Noch nie hatte ich solche Muskelschmerzen! Nach ein paar Schritten erschöpft und müde, sitzen unmöglich und im liegen war das nur mit Schmerztabletten zu ertragen. Immerhin hielt es nur jeweils drei Tage an, bei Maria und auch bei mir. Danach wurde es besser. Anstrengend war zwar immer noch jede Bewegung und die Muskelschmerzen kehrten jedes Mal direkt zurück, aber wenigstens hatten die Kopfschmerzen aufgehört.

Ich will gar nicht wissen, wie das ohne Impfung abgegangen wäre. Wie lange hält jetzt so eine Immunisierung eigentlich gegen eine Neuansteckung? Wenn man dem Genesenen-Zertifikat Glauben schenkt: 3 Monate. Der Herbst wird super.

(swg)

Bisher war ich der Annahme erlegen, Corona hätte mich nicht allzu sehr tangiert. Primär bleibe ich auch dabei, viel auszustehen ist hier nicht. Es ist ja nicht so, dass man mit der Familie “eingesperrt” ist. Selbst im Lockdown konnte man spazieren gehen und oft genug war der Hof leer und meine Kinder draußen. Dem spielt natürlich in die Hände, dass die beiden stundenlang miteinander auskommen. In der Situation zu sein, dass sich jeder in einen Raum zurückziehen kann, wenn es ihm zu bunt wird, ist wohl ebenfalls eine privilegierte. Sei’s drum.

Und für bestimmte Jammereien kann ich nicht mal Verständnis aufbringen – “Ich kann unter der Maske nicht atmen!!” – “Das ganze CO2 ist total gesundheitsschädlich!!” – meine Fresse, wenn Du nicht ernsthaft atemwegs- oder lungenkrank bist, hast Du schlicht ‘ne Macke! Es gibt Betroffene, die wirklich um ihre Existenz fürchten müssen – der gesamte Tourismus-Sektor hatte lange kein Geschäft, Gastronomie war unmöglich. Andere ärmeln sich für ihren Job aus – aber mehr als einen feuchtwarmen Händedruck gab es nicht. Die haben echte Probleme.

Momentan kann man sich wenigstens wieder mit Leuten treffen, die Gastronomie atmet durch. Mit einer gewissen Regelmäßigkeit – schon seit Jahren – sehe ich Freunde aus der Vergangenheit. Die Wege haben sich getrennt aber der Kontakt ist nie ganz abgerissen. Ein bis zwei Mal im Jahr gehen wir essen. Immer gibt es neue Geschichten, in einem halben oder ganzen Jahr passiert ja einiges, wenn man es nicht unter einem Stein verbringt. Beim letzten Treffen ist etwas passiert, was neu und so noch nie gewesen ist: Uns sind die Gesprächsthemen ausgegangen. Manche Sachen kann man nicht mehr hören und will nicht drüber reden – klar. Aber das an einem Abend irgendwann Stille am Tisch eintritt, daran kann ich mich nicht erinnern. Es fiel offensichtlich niemandem mehr etwas ein, was er erzählen wollte oder konnte.

Jaja, “Corona entschleunigt” haha-hmhm. Gelaber! Die Leute sind auf sich zurückgeworfen. Wer kann bzw. hat, erledigt seinen Job, wo’s geht aus dem Homeoffice. Man guckt, dass die Kinder nicht verblöden, wenn die Schule gerade zu ist. Und sonst? Naja was sonst. Eigentlich hätte ich seit dem letzten Mal vom Harz erzählen können, dass die Trenntoilette super funktioniert. Wenigstens bei mir hat sich das Zeitgefühl verflüchtigt: ich kann schlecht einordnen wie lange etwas her ist. Ich guck tatsächlich einfach ins Blog. Es hat sich seit September aber tatsächlich einfach nur nichts getan. Stillstand, irgendwie. Und etwas Alltagsmüdigkeit, bei uns und bei ganz vielen im Umfeld.

(swg)

Letztes Jahr haben wir angefangen, den Vorgarten hinterm Haus zu bepflanzen. Eine kleine Wildblumen-Wiese haben wir angelegt und eine Zierquitte ausgesetzt. Von den Pflanzen aus dem Baumarkt hat einiges nicht überlebt: der Phlox nicht und das Bergsandkraut hat der Südsonne ebenfalls nicht widerstanden. Beides ist angeblich Trockenheitsresistent… Dafür machen sich die Ginster vom Rülcker so langsam.

Der Plan ist, den Vorgarten so weit zu bringen, dass er kaum aufwändige Pflege benötigt. Ein paar schöne Stauden und viel bodendeckender Unterwuchs sollen das erreichen, “Unkraut” soll so keine Chance haben. Wir sind dazu auf Internet-Gartencenter-Einkaufstour gewesen, heute wurde geliefert.Lieferkarton von der BaumschuleLieferkarton von der BaumschuleAlina hilft beim Auspacken, sie ist schon Feuer und Flamme fürs pflanzen.Alina hilft beim AuspackenAster, Blutroter Storchschnabel, Fingerstrauch “Goldteppich”, Polsterglockenblume, Wiesenstorchschnabel, Lichtnelke “Vesuvius”, Immergrüne Schleifenblume: es scheint alles den Transport gut überstanden zu haben.gelieferte Pflanzen aus der BaumschuleJetzt muss der Kram nur noch den Weg in die Erde finden, ehe er Kompost ist. Nach dem Sommer wird sich zeigen, was bei uns den lehmigen Boden mit praller Südsonne überlebt – das wird dann nachgekauft.

(swg)

Es riecht nach Betonstaub und nasser Zeitung. Wie es halt so riecht, wenn man renoviert. So desaströß, wie man meinen könnte, sieht die Küche aber gar nicht aus.Vielleicht gewöhnt man sich auch einfach nur an den Anblick. Viel Tapete war nicht abzukratzen. Wie auch, bei einer 2,2 x 2,2 m großen Küche – eine Schinderei war es trotzdem an der Decke. Immerhin den Kindern hat es unten an den Wänden irgendwie Spaß gemacht.Janni und Alina beim Abkratzen der TapeteJanni und Alina beim Abkratzen der TapeteDie obere Hälfte der Küchenmöbel ist auch raus, ihren Weg auf den Sperrmüll haben sie dennoch nicht gefunden. Es ist das erste Wochenende der Coronalockerungen, die Ausgangsbeschränkungen sind weitestgehend aufgehoben. Zwar müssen die Abstandsregeln eingehalten und ein Mund-Nase-Schutz in Geschäften getragen werden, aber man darf sich wieder überall hin begeben, solange man sich nicht versammelt. Bei Teilauto gibt’s heute keine Transporter mehr zu mieten, nicht mal Caddys sind verfügbar.

Ist ja nicht das einzige, was nur eingeschränkt funktioniert. Zum Beispiel telefoniere ich allen möglichen Leuten hinterher. Sei es der Zulassungsdienst, der einen im Regen stehen lässt (jo, der Bus ist immer noch nicht abgeholt). Oder Handwerker: “Wir melden uns, wenn das neue Küchenfenster da ist, dann machen wir ‘nen Termin.” Einen Scheiß haben die, klar darf ich da hinterherlaufen, damit es weitergeht. Na, und dann muss man sich noch selber organisieren: Zu viert zu Hause und dann noch arbeiten, Kinder beschulen/beschäftigen und an einem Online-Seminar teilnehmen wollen: kannste knicken.

Home Office nicht

Letzten Donnerstag war ans Arbeiten für mich überhaupt nicht zu denken. Eine Stunde hab ich früh Zeit gehabt. Dann gab’s Frühstück und anschließend startete Marias Online-Video-Seminar für ein neues Laborgerät. Fünf Stunden. Plus Pause. Es ist einfach nicht möglich daneben zu programmieren und auch noch Alina zu ihren Schulaufgaben zu motivieren.

Zum Glück hatte Alina noch einen Forscherauftrag: Löwenzahn. Wo und wie wächst die Pflanze. Ich ließ die Arbeit Arbeit sein. Mit ihrer Kamera und Zettel & Stift bewaffnet zogen wir los.LöwenzahnLöwenzahnEs wurde ein ausgiebiger Spaziergang durch den Volkspark und zur Bismarksäule.BismarksäuleIch überzeuge die Kinder über die Südhöhe zurückzulaufen – schon weil die Bäume auf dem Weg dahin so herrlich blühen.Meinen Plan zu einem Eis-Zwischenstop durchkreuzte Lidl: nur Großpackungen :| Dabei hatte ich sogar an die Masken gedacht… Also zurück und in den Konsum.

Da Marias Seminar noch lief, gab’s ein schnelles Mittagessen aus Kartoffeln und Quark. Anschließend schlepp ich die Kinder in den Hof. Ein paar Mathe-Aufgaben für Alina nehm’ ich noch mit – die Nachbarn haben ihre Biertischgarnitur hingestellt, da können wir unseren Klapptische etwas abseits hinstellen. Es ist schon erstaunlich, wie schwierig es sein kann, Zahlen zu addieren und zu subtrahieren. Vor allem, ein Konzept zu behalten, von einer Aufgabe zur nächsten, die sich allerdings nicht wirklich unterscheidet. Wir sind nicht allein mit Vermittlungsproblemen :)

nochn Versuch

Home Office sollte eigentlich anders aussehen. Für den Donnerstag werd’ ich einen Tag Urlaub opfern, Aufholen der Stunden wäre mir zu anstrengend. Montag bin ich mit den Kindern alleine: Maria möchte auch mal wieder auf Arbeit fahren dürfen (sic!). Für mich ist Home Office und Home Schooling angesagt, wenigstens sind wir nur zu dritt. Und in meiner Mittagspause schaff ich den Küchenkram auf den Wertstoffhof.

(swg)

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