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nach HauseItalien 2022

Einfach mal nichts weiter vor zu haben ist doch schön. Das Frühstück zieht sich entsprechend, schon gleich, weil die Aussicht auf Wäsche zusammenlegen niemanden von der Campingcouch reißt. Und dann wollen wir ja noch an den Strand! Gekonnt ziehen wir das vor, ignorieren das Chaos im Wohnmobil und sind schon (!) um elf am Meer.Sonne satt, ein strammes Lüftchen und nicht zu kaltes Wasser empfangen uns. Die Adria ist auch im Mai definitiv zum Baden geeignet (wenigstens wenn man nicht allzu zimperlich ist).Zum Kochen hab‘ ich keine Lust, und im Ristorante am Strand kann man ja mal Geld liegen lassen. Ich pflege weiter mein Speisekarten-Italienisch. Aber wisst ihr, wie das manchmal ist, dass einem ums Verrecken ein simples Wort nicht einfallen will? Ich komme diesmal wirklich bei „Wasser“ ins Schlingern! Hier in Italien bekommt man auf den Karten Bier und alkoholische Mixgetränke geboten, und den üblichen Dreiklang aus Cola/Fanta/Sprite. Säfte oder ähnliches sucht man vergeblich. Selbst die Kinder stehen nicht so auf Zuckerbrause. Meist weichen sie lieber auf Wasser aus, Jannika gerne frizzante, Alina nur naturale. Mir geht es da ähnlich, zumal brennende Sonne des zeitigen Nachmittages deutlich gegen Alkohol spricht. Auf ein Glas deutend kommt die Frage des Kellners „Litro o mezzo?“ „Mezzo!“ ein halber Liter dürfte reichen. Da der Pizzaofen erst heute Abend geheizt wird, weichen wir auf Piadine aus. Vorher kommt der Kellner mit Getränken zurück, Janni wollte heute mal ’nen Eistee, Maria kriegt ihre Cola. Aber mein Krug sieht verdächtig aus, klare Flüssigkeit mit leichtem Gelbstich: Fetzt, ich hab einen halben Liter Weißwein geordert! Leichter Wein zu leichtem Essen, macht man ja so. Nix ist erfrischender in praller Sonne…

Soo tapfer musste ich nicht sein, der halbtrockene ‚Keineahnung‘ ging leicht hinunter – und Maria hat ein bisschen geholfen. Die Piadine waren unglaublich lecker! Mit der Aussicht auf Pizza kommen wir heute Abend auf jeden Fall wieder. Erstmal ruft uns der Strand. Und dann die Wäsche im Wohnmobil.

(swg)

PS:

nach HauseItalien 2022

Es ist reichlich Zeit, nach Hause zurückzukehren; Deswegen können wir locker den Vormittag hier am Strand beim Parcro regionale del Conero vergammeln. Wofür sonst ist Urlaub auch da?! Zur Freude der Kinder steht ihre Burg von gestern unberührt da.

So warm es aussieht – und die Sonne brennt tatsächlich ziemlich – das Wasser ist es nicht. Auf den Steinen rumzubalancieren ist jetzt auch nicht der größte Spaß. Steine reinschmeißen dafür umso mehr.Aber wer braucht schon so viel Spaß?!Die letzte Nacht war unruhig, irgendwie, jedenfalls war ich dauern wach. Irgendwann nach 12 ist es Zeit, weiter zu fahren. Der Plan ist einfach: den nächsten Strand suchen; Diesmal mit Sand. Und vielleicht gibt es ja einen Zoo oder sowas zu begucken. Nuja, auf zum Duc.Wenn man einen halbwegs geregelten Tagesablauf anpeilt – und das mache ich an drei Mahlzeiten fest – müssten wir bald Mittag essen. Dafür könnten wir, statt über die Autobahn, noch ein bisschen über die Küstenstraße bollern und eventuell einen Platz mit Meeresblick finden. Groß unterschiedlich ist unsere Reisegeschwindigkeit so und so nicht.Bei Montignano-Marzocca finden wir unseren gesuchten Meerblick, blauer Himmel, blaues Meer.Hintenrum sieht es nicht ganz so romantisch aus. Aber erstens ist Mittagszeit und damit zweitens auch kaum Verkehr.Spaghetti und Tomaten-Zucchini-Sauce, einfach weil’s schnell geht und wenig Aufwand ist. Die Kinder malen lieber, statt schöne Steine in der Brandung zu suchen.Ich kann mal meinen Neuerwerb testen: Eine Bialetti. Im Supermarkt hat sie mich angelacht, da hab ich dem Impuls nachgegeben.Prädestiniert für Gas, aber die hier funktioniert auch auf Induktion. So jedenfalls der Hinweis auf der Verpackung. Mal sehen ob die kleine Bodenfläche auf meinem Herd zu Hause reicht.

Die gesamte Adria ist natürlich touristisch, was uns auf eine Zeltplatz drängt. Vor Rimini liegt Riccione, was mit einer Art Zoo aufwartet: Zur Abwechslung kann man ja mal Tiere gucken. Die Auswahl an Camping-Plätzen ist hier schier grenzenlos. Wir entscheiden uns für „Adria“… Es ist eine deutsche Rentner-Enklave und wir um diese Jahreszeit die Exoten. Der Platz ist in Wiesenparzellen aufgeteilt, akkurat abgegrenzt, wir geben uns hin: Markise raus und Couch + Tisch hingewürfelt. Rumlümmeln ist aber nicht, der Strand ist hier breit und sandig. Also los, Sonnenuntergang genießen.
Die Sonne ist hinterm Horizont abgetaucht und damit wird es dann doch ziemlich frisch. Eine leichte Briese macht frösteln. Zusammenpacken also, Abendbrot ist längst überfällig und selbst die Kinder haben hunger.Eigentlich ist es hier so früh im Jahr richtig schön. Das Wetter verspricht morgen Sonne satt. Vielleicht sollten wir das mit den Tieren verschieben und morgen nochmal am Strand gammeln? An richtigem Sandstrand? Mit seichter, salziger Meeresbrandung?

(swg)

nach HauseItalien 2022

Damit war wohl nicht zu rechen: Exakt die nächsten drei Tage ist der Campingplatz am Parco regionale del Conero geschlossen! Es werden umfangreich die sanitären Anlagen umgebaut und erneuert… Wir dürfen aber auf dem Parkplatz bleiben – kein Problem, ein paar Nächte könnten wir autark stehen – und brauchen ja nur eine. Allein sind wir nicht, andere wurden auch überrascht.

Erstmal gehen wir ans Wasser, Abendsonne genießen und dem Meeresrauschen zuhören.Alina ist gerade nicht von Büchern zu trennen. Ist Licht da, wird gelesen – Man kann schon von Binge-Reading sprechen. Eulenzauber ist längst durch, aber Petronella Apfelmus ist noch nicht weggelesen.Die Sonne ist noch weit vom Horizont, das Licht glitzert schon jetzt ganz großartig auf dem Wasser.Nur zu gerne hätte ich mich vor die Strandbar gehockt und zugeguckt, wie die Schatten länger werden.Aber da gibt es noch einen anderen Strand, den wir inspizieren wollen. Na gut, klettern wir über die Steine zurück.Erst dachte ich, da schwimmt Müll im Meer. Offenbar schnorchelt davor aber einer rum und schleppt seine Markierboje hinter sich her. Vielleicht sammelt er auch den Müll aus dem Meer?Wenn die Brandung anrollt und die Welle wieder zurück läuft, sickert das Wasser durch die Steine und klappert ganz lustig mit ihnen. Als würde jemand seinen Weißwein schlürfen, mit dem Mund voll Kieselsteinchen.Nur Steine am Strand wird jetzt meist nicht so geliebt, meinen Kindern ist das zum Glück ziemlich wurscht. Irgendwas interessantes findet sich immer; Steine zum Beispiel. Der hier hat viele Löcher, in denen sich Muscheln eingenistet haben. Irgendwann ist’s denen zu eng geworden, was zum Unvermeidlichen führte…Lustige Formen sind der Standard beim Steine sammeln – ja, der Schuh musste später mit -.-Nachdem die Mädels mit ihrer Steineburg zufrieden sind, geht’s zurück zu Womo. Abendbrot. Bett. Morgen können wir ja nochmal an den Strand kommen.

(swg)

nach HauseItalien 2022

Maria und mich treibt die Neugier. Wir hatten 2011 einen Blick auf die L’Aquila, die Hauptstadt der Abruzzen-Region geworfen. Damals war das Erdbeben gerade zwei Jahre her und die Stadt noch schwer gezeichnet.

Mit dem Wohnmobil ist die Parkplatz-Suche diesmal noch etwas schwieriger, als damals mit dem BMW. Aber wir ergattern einen Parkplatz direkt an der Festung. Zu allererst fordern die Kinder ihr Recht und toben sich auf dem Spielplatz aus. Ich krieg ’nen Kaffee. Das ist toll in Italien: Irgendwo ist immer eine Bar in Laufweite und zwischen ein und zwei Euro bekommt man sein Tässchen – und nicht irgendeinen blöden Pappbecher!*Hach*

Aber besser, wir brechen zu unserem Stadtrundgang auf; Es ist schon fast zwölf. Vielleicht finden wir unterwegs auch ein Mittagessen – mir stünde der Sinn ja sehr nach Arancini.

Die Festung ist gerade im Umbau, hinein kann man nicht – drinnen ist das Nationalmuseum der Abruzzen untergebracht. Aber nach Museum ist uns eh nicht, wir wollen den Zustand L’Aquilas 13 Jahre nach dem Erdbeben sehen.Nach einer Runde um die Festung stromern wir in die Stadt hinein.Es ist schon viel passiert, eine ganze Menge Neubauten finden sich, wo früher etwas altes stand; Genauso finden sich sanierte Altbauten. Trotzdem gibt es noch eine gute Zahl eingerüsteter oder Spanngurt-gesicherter Gebäude.

Immerhin auf der Piazza del Duomo sind die Fassaden in Ordnung und die Chiesa di Santa Maria del Suffragio kann wieder betreten werden.>Der Wiederaufbau der Altstadt ist erst 2018 wirklich richtig los gegangen. Für viele dann schon zehn Jahre als Ruine stehende Häuser war es da deutlich zu spät; Der Abriss war unumgänglich. Vor allem ist wohl viel vom bis 2009 bestehenden Kulturleben verloren gegangen. Wo kein Platz zum Leben, da auch keine kulturelle Entfaltung.

Wir trödeln den Corso Federico II hinunter, unten auf dem Piazzale Caduti del Soccorso gab es Buden und was zu Essen.Das ist auch immer noch so, und obwohl es etwas herzhaftes gab, haben die Kinder „Eis!“ entschieden. Nichts, was man in Italien je bereuen könnte.Wir schlagen den Rückweg zum Parkplatz ein, nicht ohne noch ein wenig durch die Straßen zu meandern.Irgendwas herzhafteres wollte ich ja gerne noch essen. Lola Pizza e Cucina ist eine typische kleine Straßenpizzeria. Und sie haben Arancini: Frittierte Reisbällchen mit Füllung, herrlich. Alina und Jannika entscheiden sich lieber für Pizza – die gehen auf Nummer sicher. Im Park an der Festung lassen wir es uns auf einer der Bänke im Schatten der Bäume schmecken. Am zeitigen Nachmittag verbreitet sich eine leicht schläfrige Ruhe. Von pulsierendem Großstadtleben ist am Rande der Altstadt nichts zu spüren. L’Aquila als Provinzhauptstadt ist schön, trotz der nicht so alten Wunden. Und wahrscheinlich kommt das kulturelle Leben wieder zurück, mag es auch dauern. Bestimmt bietet sich irgendwann mal die Gelegenheit etwas etwas davon zu erleben.

Jetzt wollen wir zurück zur Küste, den Abend am Meer verbringen. Durch einige enge Straßen tasten wir uns aus L’Aquila heraus.Über die Autobahn geht’s durch die Berge Richtung Ancona. Vor der Stadt liegt der Parco regionale del Conero; Mit Berg, Wald, Strand und einem Zeltplatz: Klingt nach einem guten Platz zum übernachten und herumgammeln, ehe es zurück nach Deutschland geht.

(swg)

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