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Naja, eigentlich war es zu erwarten. Jannikind spielt sehr gerne mit ihrer Freundin auf unserem Minecraft-Server, manchmal ist auch Alina mit von der Partie. Im Kreativmodus wird da gebaut, als gäbe es die Wohnbauprämie wieder – und nicht nur für Familien …

Größer, Schneller, …

Neulich kam sie nun aber mit einer neuen Idee um die Ecke: Es wäre doch so irre viel cooler, wenn man mit viel mehr Leuten und so Teams und gegeneinander … Schuld an solchen Ideen sind Youtuber, wie Crocodileandy, mit epischen Unternehmungen, wie dem Kampf von vier Insektenvölkern um die Vorherrschaft (youtube) im Garten.

Natürlich ist sowas großartig. Es ist nur gar nichts für Anfänger. Gruppen zu managen und zu führen ist nun mal alles andere als einfach. Und ich will auch nicht, das meine jüngste Tochter mit einem Haufen mir völlig unbekannter Leute zockt. Auch ist mir eigentlich bei dem Gedanken nicht wohl, dass unbekannte Leute auf der Hardware rumrödeln, die auch für mich wichtige Sachen vorhält.

Wir fangen das mal lieber sehr viel kleiner an. Mit Leuten, die Jannika kennt und schon etwas einschätzen kann, aus ihrer Schule zum Beispiel. Ohne Kontakt zu und der Zustimmung von deren Eltern geht da sowieso nichts. Ich brauch da einmal Rücksprache. Wenn sie dann zu viert oder fünft anfangen und erstmal versuchen, gemeinsam auf einer Insel zu überleben, sollte das genügend Herausforderung sein.

Serverserver!

Einen zweiten Server hab ich parallel zum ersten aufgesetzt, der startet auf die gleiche Weise, OpenRC-init-script, screen, wisst schon … Unter meiner Domain hab ich aber nicht einfach eine neue Subdomain aufgemacht! Da muss einfach keine Verbindung offensichtlich sein, für die, die da spielen kommen werden. Ich hab stattdessen eine neue Domain registriert – Unser (sehr alter, seit über 20 Jahren bestehender) Vertrag mit Strato beinhaltet insgesamt 10 Domains, da sind noch ein paar frei. Vielleicht mach ich auch mal noch eine Portalseite für alle eingeladenen Mitspieler rein.

Damit es nicht zu Kollisionen zwischen den beiden Minecraft-Servern kommt, läuft der neue zweite Server auf einem anderen Port. Um es den Spielern einfach zu machen, hab ich dessen subdomain (unter der neuen Domain) per SRV Record erreichbar gemacht. Dort kann man die Ports biegen. Nachdem der Port im Router aufgemacht war, konnte man auch von außen drauf.

Weltreise

Die fixe Idee mit der Insel hat mich einen Abend Recherche gekostet: Offenbar gibt es Leute, die sich damit beschäftigen, Landschaften für/in Minecraft zu erstellen. Darunter gibt es auch Inseln, die für ein Survival-Abenteuer taugen sollen. Machen wir es kurz: Landschaftlich sind die beim Nachwuchs alle als ‚laaaaaaaaaaaangweilig‘ durchgefallen. Ich kann dem nicht widersprechen, ist wirklch so.

Was Minecraft eigenständig generiert, sieht da einfach viel spannender aus. Der Algorithmus, der die Welt in Minecraft generiert, tut das immer auf die selbe Art und Weise, da ist gar kein Zufall beteiligt. Der Zufall kommt nur ins Spiel, wo in der Welt man spawned! Und dafür kann man einen Seed benutzen: der Beschreibt den Punkt an dem man spawned. Immer. Es gibt reihenweise Youtube-Kanäle, die sich nur mit solchen Seeds beschäftigen und zeigen, an welchen interessanten Orten man rauskommt. Diese Seeds kann man als World-Spawn-Point auf dem Server benutzen. Dann kommen immer alle genau da auf dem Server in der Welt an.

… (er)weiter

Ein Plugin brauchen wir noch unbedingt: Die Kinder sollen miteinander reden können. Wahrscheinlich wird es OpenAudioMC.

Die andere Sache ist die Erreichbarkeit des Servers. Das Teil sollte nur zu den verabredeten Team-Zeiten verfügbar sein. Ich weiß noch nicht, ob ich das per Plugin lösen werde, oder ob ich den einfach zeitgesteuert per cron oder ähnlichem starten und beenden lasse.

Naja, da ist noch Zeit. Jannika muss sich jetzt noch ihre Mitspieler suchen. Die dürfen gerne auch eigen Spawn-Seeds vorschlagen. Was ich mir noch aneignen muss sind die Berechtigungen, die Nutzer auf dem Server haben können, oder besser nicht haben sollten. Und ich muss überlegen, ob ich mir nicht doch einen eigenen Minecraft-Account leiste. Einfach um präsent sein zu können, nicht nur als die Stimme aus dem Off.

(swg)

Meine Kinder sind mein Motor, nix treibt Vorhaben so voran, wie sie. Selbst der Umzug des Homeservers auf neue Hardware – die hier schon zu lange rumliegt – treiben sie an. Ein paar wenig enthusiastische Anläufe hab ich jetzt schon unternommen gehabt; Die sind aber versandet. Der Einbau der größeren SSD scheiterte zum Beispiel am physischen Format, ein Adapter war nötig. Bestellt, eingebaut, bootet … Pause. Vielleicht war Alpine dann auch nicht die beste Idee fürs Server-Betriebsystem; Nicht, das Alpine das nicht kann, ich kenne Alpine nicht gut. Debianbasiertes und Arch sind eher meine Linux-Heimat; Alpine hab‘ ich noch nie probiert. Getriggert wurde der Switch zu Alpine von einem ‚Hilferuf‘ des Debian Maintainers, dass zu wenige beitragen und zu viel verwaiste Peckages rumliegen. Sowas gruselt mich ein bisschen, weil ich den Kisten zu Hause die fürs digitale Familienleben essenziellen Dinge anvertraue.

Alpine, Minecraft und ich

Mich in Alpine einzulesen hat mich mehr gefordert, als ich zugeben wöllte. Aber jetzt hat die Sidequest „Internet Exposed Minecraft Server“ zum nächsten, ernsthafteren Anlauf geführt. Jannika will unbedingt mit ihrer Freundin gemeinsam Minecraft zocken. Debian hatte ich kurz nochmal probiert, weil ich dachte, es geht schneller, wenn ich mich auf dem System schon gut auskenne. Aber wenn das Ethernet Device nicht direkt erkannt wird … Nee, keinen Bock. Dann ist halt doch das Alpine Linux drauf geblieben, mit dem ich angefangen hatte. So wahnsinnig anders, als Debian früher war, ist’s nun auch nicht. Das Prinzip ist das gleiche, die Befehle nur manchmal anders.

Im Prinzip gefällt mir Alpine sogar sehr gut! OpenRC als Startsystem für Services ist wirklich schön und einfach. Nachdem avahi fürs interne Finden von Geräten im Netzwerk drauf war und OpenSSH auch, konnte ich eigentlich schon alles für den Minecraftserver vorbereiten:

  • Eigenen User einrichten, der den PaperMC ausführen wird
  • Backup vom alten PaperMC auf dem Raspi kopieren. Schick.
  • Als Service soll das Teil auch starten, gleich nach dem Bootup, aber erst wenn Netzwerk da ist.

Letzteres ist mit einem kurzen Script in /etc/init.d/ schnell erledigt.

Das Problem dabei ist, dass man nicht mehr an die Serverconsole des PaperMC ran kommt, wenn der erstmal in den Hintergrund gedrückt wurde. Ich müsste die in Minecraft integrierte Remote Management Console freischalten, und da streubt es sich in mir. Bisher hab ich den Server auf dem Raspi händisch in einem screen gestartet und dann detached. Auf dem Raspi kann ich mich jederzeit per SSH einloggen und den screen zurückholen. Da der Raspi selten neu booten muss, war das Setup erstmal ok.

Automatik in OpenRC

Auf dem neuen Rechner will ich da nicht hinterherhirscheln, das muss von selber gehen. Für den simplen PaperMC-Start hatte ich ein Script geschrieben, das einen screen detached und mit Namen startet und drinnen einfach der PaperMC-Server ausführt: papermc.sh

#!/bin/sh
cd /opt/minecraft/papermc/
/usr/bin/screen -dmS MinecraftServer /usr/bin/java -Xms2048M -Xmx2048M -jar papermc.jar nogui

Ausführbar ist das durch den User für den Server (schreibbar nicht). Mit einem doas -u minecraft papermc.sh läuft das dann auch im Kontext des richtigen Users, der nur minimal die Rechte hat, die er dafür braucht. Piped man in das screen ein stopp-Kommando doas -u minecraft /usr/bin/screen -S MinecraftServer -X stuff 'stop\n' endet nicht nur der java-Teil, sondern auch das screen endet.

Das Script könnte ich jetzt direkt in OpenRC rufen, das hat aber Nachteile: OpenRC ‚guckt dann nicht auf den richtigen Prozess und meldet trotz laufendem Server eine ‚Service crashed‘ im status. Also schreiben wir die nötigen Zeilen direkt in /etc/init.d/minecraft:

#!/sbin/openrc-run
name="PaperMC"
description="papermc minecraft server"
command="/usr/bin/screen"
directory="/srv/minecraft/papermc"
command_args="-dmS papermc /usr/bin/java -Xms2048M -Xmx2048M -jar papermc.jar nogui"
command_user="minecraft"
command_background=true
pidfile="/run/screen_papermc.pid"

depend() {
need net
}

stop() {
ebegin "Stopping PaperMC gracefully"

su -s /bin/sh minecraft -c \
'/srv/minecraft/papermc/stop_papermc.sh'

eend $?
}

Achja: Ausführbar muss das sein chmod u+x /etc/init.d/minecraft.

Im stop_papermc.sh script wird ein ’stop‘ ins screen geschickt, worauf der Server und das screen endet. Wir warten in einer Schleife darauf, dass der Server die Nutzer benachrichtigt hat und dann sauber alles gespeichert und sich beendet hat.

#!/bin/bash
PAPERMCPID=$(/usr/bin/pgrep -f "java .*papermc.jar")
if [[ -z $PAPERMCPID ]];
then
exit 1;
fi

/usr/bin/screen -S papermc -p 0 -X stuff 'say Server fährt herunter in 10 Sekunden …\n'
sleep 10
/usr/bin/screen -S papermc -p 0 -X stuff 'stop\n'
((count=0))
until [[ -z $(/usr/bin/pgrep -f "java .*papermc.jar") ]];
do
sleep 1;
((count=count+1))
if [[ $count -gt 20 ]];
then
exit 1;
fi
done

Zuletzt soll unser ganzer schöner start-stop-minecraft dann auch beim boot/shutdown ausgeführt werden: rc-update add minecraft default

Für die Erreichbarkeit von außen hab ich eine Subdomain eingerichtet, die per dynDNS ihre IP bekommt. Der Updater dafür ist ddclient. Loch in Router gebohrt, dass der Weiß, wohin der Minecraft-Server-Traffic soll. Geht. Ganz wunderbar.

Es gilt noch zu schauen, wie die Kinder sich unterhalten – weil: nur miteinander schreiben, während man in Minecraft fleißig baut, ist ja auch doof. Vorerst löst ein Talk-Chatroom auf meiner Nextcloud das Problem. Irgendein Plugin für Minecraft wird das aber wahrscheinlich schöner lösen könne.

(swg)

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