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Am frühen Abend fahren wir direkt rauf zum Parkplatz unterhalb der Wartburg. An der Schranke bekommen wir einen kleinen Schreck: Ein Schild sagt, es seien keine Camperplätze mehr frei. Ich hab lieber nochmal im Pförtnerhäuschen gefragt – zum Glück. Dochdoch, wir könnten schon hier oben übernachten, nur müssen wir damit rechnen, vielleicht morgen früh nochmal umparken zu müssen. Na dann! Wir parken einfach vernünftig, sodass wir nicht mehr als eine Lücke brauchen.Und weil es noch nicht so spät ist und die Kinder noch nicht genug Auslauf hatten, wandern wir rauf zur Burg und hinein in den Abend.Langsam senkt sich die Nacht über die Burg, wir sind so ziemlich die letzten Touristen.

Eigentlich steht ja das Stativ hinterm Fahrersitz. warum ich das immer wieder vergesse, wird mir ein Rätsel bleiben. Eigentlich könnte man so schöne Panoramen schießen, wenn man den ISO der Kamera nicht so elend weit hochdrehen müsste, um noch halbwegs wackelfreie Bilder zu schießen. Vom korrekten Schwenk
, der fürs Zusammensetzen wichtig wäre, mal ganz abgesehen. Tja. Versucht hab ich es trotzdem, ein schlechtes Bild bleibt aber ein schlechtes Bild.Wir stromern über die Burg und die verschiedenen Höfe, beobachten Fledermäuse und lesen die Erklär-Tafeln leer.Ich finde es immer faszinierend, der herinbrechenden Nacht zuzuschauen, wie so langsam die Siedlungen erstrahlen und Wälder in Finsternis versinken.Nuja, die herabsinkende Nacht hat im Herbst die Eigenart auch Kälte mitzubringen. Ich will zurück zum Wohnmobil, da faucht die Gasheizung wohlig die Füße an.Natürlich muss ich immer nochmal zurück zur Burg fotografieren, wäre ja Lichtverschwendung, wenn gar keiner hinguckte.Morgen latschen wir ja wieder hier rauf. Dann gibt’s die Innereien zu sehen und noch mehr Erklärungen.

(swg)

Auch wenn wir bei Sandra herumlungern, unser Urlaub zielt aufs draußen sein. Tiere gucken ist draußen, wir besuchen den Wildtierpark Edersee. Ganz den direkten Weg haben wir nicht genommen, der Abwassertank vom Womo muss geleert werden. Viel los ist am Edersee noch nicht, zwar stehen ein paar Autos auf dem Paarkplatz, im Wildtierpark sind wir bei den Schweinen aber allein.Wildschwein im Wildtierpark EderseeWir dürfen sogar zugucken, wie man so richtig zum Schwein wird.

Bei den Rothirschen ist einer mit wirklich beeindruckendem Geweih dabei.Rothirsch im Wildtierpark EderseeRothirsch im Wildtierpark EderseeBeeindruckender Typ.

Die meisten Volieren hier finde ich zu klein, schon gleich für Greifvögel und Geier, die gehalten werden. Andererseits fliegen die Gänsegeier einfach frei rum, was ich dagegegen sehr cool finde.Näher ran haben wir uns nicht getraut, einen gewissen Respektsabstand gebieten die kräftigen Schnäbel und langen Hälse. Die Familie nach uns musste das jedenfalls schmerzvoll erfahren. Gerechter Weise tut Dummheit eben doch manchmal weh…

Wir halten auch ein kleines Steh-Picknick ab – aber lieber mit Äpfeln, Mandarinen und Keksen. Dabei kann man den herrlichen Herbstwald hier an der Edersee-Talsperre bewundern.Der Pegel des Stausees ist ganz schön niedrig.

Natürlich gibts hier im Park richtige Spielplätze, aber auch der Rest bietet Abwechslung, ein Baumstamm fetzt zum balancieren immer.Alina lichtet derweil alles ab, was niedlich ist – und das ist so ziemlich jedes Viech.Gut so, dann muss ich in Zukunft vielleicht nicht immer alleine dran denken, genügend Fotos zu schießen. Uns fehlen immer mal Monate, was sich beim Gestalten der Jahreskalender für die Verwandschaft schwer rächt. Hier mal ein Suchbild: Wo ist der Luchs?“Oah ist der niiiiiiiedlich!!1!”. Stimmt.Wenn man weiß, wie riesig die Reviere solcher Tiere sind, tut mir das immer leid, so kleine Gehege zu sehen. Bei den Wölfen ist es ähnlich, von “Wildtier” bleibt da nicht so viel übrig.Ab und an bricht die Sonne durch die Wolken und verzaubert den Herbstwald in ein leuchtend-buntes Spektakel.Sandra muss erstmal heim, ihre Kinder brauchen ihr Mittagessen bzw. den Mittagsschlaf. Wir dödeln noch ein wenig länger durch den Park, der Spielplatz darf ja nicht unbesucht bleiben.
Die Wisente – oder Europäischen Bison – sind die letzten großen Tiere, die wir bestaunen.Dann geht’ langsam Richtung Ausgang. Der Herbstwald ist einfach nur schön, mit seiner Ruhe, den paar zwitschernden Vögeln und dem leicht modrig-erdigen Geruch.Trotzdem treibt uns nun langsam der Hunger – also die Kinder eher nicht so, die interessiert der Spielplatz vorm Haupteingang deutlich mehr. Sollen sie ruhig, ich stiefel derweil zum Wohnmobil, Pizza von gestern in der Pfanne aufwärmen – wird reichen als Mittagessen – und wir können uns viel Zeit mit der Rückfahrt lassen.

(swg)

Wir haben bei Sandra Unterschlupf gefunden. Den ganzen Vormittag haben wir verpanselt, gibt ja auch genug zu erzählen und so ein bisschen einrichten müssen wir uns auch kurz. Aber manchmal muss man ja auch raus. Deswegen entscheiden wir uns für den wahrscheinlich biedersten Ausflug, der möglich ist: Wir laden die Kinder in die Autos und fahren zum Herkules.

Von hier kann man sehr schön auf Kassel runter gucken. Meistens jedenfalls, wenn das Wetter keine Nebelschleier über die Landschaft hängt. Andererseits erzeugt das ja auch eine recht hübsche Stimmung.Derzeit ‘leide’ ich ein bisschen an der Panoramakrankheit. die Sony α6000 hat zwar eine Funktion dafür, die ist aber zu empfindlich – nicht zu schnell und nicht zu langsam soll man die Kamera bewegen und wenn sich zu viele Kleinigkeiten im Bild bewegen ist auch Schluss. Rauschender Wald zum Beispiel ist nicht abzubilden und auch nur leicht bewegte Wasseroberflächen eines Sees oder Meeres lassen die Panoramaaufnahme sofort abbrechen. Das ganze ist eigentlich ein zu nerviges Geduldsspiel. Dafür kenne ich aber schon ziemlich lange Hugin: Der Panoramastitcher hat sich in den letzten Jahren zu einem fantastisch komfortablen Tool gemausert. Die Kamera einfach mehrmals und halbwegs gerade, den Bildausschnitt zu 1/3 überlappend, in die Gegend gehalten, den Rest macht dann Hugin – und wie man oben sieht: verdammt gut.

Die Kinder erkunden den Herkules, aus den Augen lassen wir sie lieber nicht. Hier ist kaum ein Brüstung brusthoch, nicht mal für Kinder, dafür geht’s häufig sehr tief runter.Perspektive ist was tolles, oder? Weil der Herkules ein so dankbares Motiv abgibt, ist mir dann etwas die Kamera ausgerutscht, und warum sollt ihr nicht etwas davon haben. Die Wasserspiele sind zwar um diese Jahreszeit nicht mehr in Betrieb, aber die Kaskaden sind trotzdem beeindruckend.Die Sony α6000 hat eine HDR-Funktion. Manchmal benutze ich die, es ist aber seltener wirklich eine bildverbessernde Maßnahme – beim folgenden Motiv waren die Kontraste eh nicht so hoch (ohne HDR).Andererseits gefällt mir der Effekt der Künstlichkeit an den bemosten Steinen im HDR-Modus:Ein kleines Stück wandern laufen wir in den Wald hinein. So richtig die Kaskaden zu erkunden, haben wir nicht genug Zeit. Trotzdem muss man sich ja mal unterhalten, ohne am Kaffeetisch rumzuhocken.Mir bietet sich dazu noch die Möglichkeit weiter die Kamera in die Botanik zu richten.Feucht ist der Wald und es riecht auch so pilzig, wie das die Bilder nahelegen.

Langsam wird der Nachmittag spät. Wir drehen auf dem Absatz um, irgendwann muss das Abendbrot vorbereitet werden.Überraschend eigentlich, dass die Kinder diesen Rentnerspaziergang so widerspruchslos mitgemacht haben. Im Wald gibt es halt immer was zu gucken. Ok, es war jetzt nicht Wald, es ist der Bergpark Wilhelmshöhe – aber unter Bäumen fühlen wir uns doch sehr wohl.

(swg)

Unterhalb des Baumwipfelpfades in Bad Harzburg liegt das Märchenland. Es ist ein winziges Kinderabendteuerland mit deutlich gealterten Attraktionen. Zu allererst sind da Dioramen, die einige der bekannten Märchen darstellen und zum vorlesen lassen einladen.Manchmal ist das etwas hart gekürzt, man hat das Gefühl, hier wolle niemand die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches überstrapazieren.

Daneben gibt es noch ein selbstbedienungs-Karusselleine spaßige Eurobox-Rollentransportstrecken-Rutsche, *huiiiii*und eine überdachte Hüpfburg.Im Prinzip ist das aber eigentlich alles nur Nebensache. Denn worum es für die Kinder eigentlich immer geht, sind ja Viecher, noch besser sind Viecher, die man auch füttern kann. Ziegen sind robust, deswegen findet man die am öftersten.Irgendwann ist das Futter alle und das Fell der Ziegen wird langsam dünn. Wir wollen heute noch nach Kassel und Sandra erreichen, viel zusammenzusammeln ist ja nicht: Kinder anschnallen, losfahren.

(swg)