Archives for category: I like my bike

In der Hoffnung, das Mika inzwischen groß genug ist, hab‘ ich das rote Puky-12″-Laufrad aus dem Keller geholt. Luft hat gefehlt, das ist leicht behoben, und ein bisschen schmutzig ist es, aber darum kümmer‘ ich mich später. Eigentlich hatten wir das Ding verkauft, als Jannika Fahrrad fahren konnte. Aber es ist von selbst zu uns zurück gekehrt. Die Nachbarn sind neu eingezogen mit zwei Kindern; Deren Tochter fuhr ein rotes Puky. Beim näheren betrachten fielen mir Details von Reparaturen ins Auge; Reparaturen, wie ich sie gemacht hatte. Es war unser altes Laufrad! Wir haben es von den Nachbarn zurück bekommen, als ihre Tochter zu groß dafür wurde. Jetzt probieren wir, wie Mika es findet.

Der Junge ist schon wieder total überdreht und braucht noch Auslauf, muss nach draußen. Alina kommt mit. Vorm Haus gucken wir mal, wie Mika mit dem doch viel schwereren Ding zurecht kommt. Zu optimistisch hatte ich den Sattel ein paar Zentimeter hoch gestellt. Der muss aber doch ganz runter. Naja, und dann ist er los geflitzt. »Ob er damit wohl schneller ist?« hat Alina gefragt.zu spät auf den Auslöser gedrückt, Mika ist auf dem Laufrad schon vorbei geflitzt.Ich glaub schon; wirklich Schwierigkeiten hat Mika jedenfalls nicht. Enthusiastisch rast er in der Zufahrt immer wieder die Rampe runter; Auch wenn er teils ganz schön schlingert, auf die Nase fliegt er nicht. Das freie Brett findet er super, die Tasche ist nicht im Weg und er kann die Füße hoch stellen.Mika auf dem großen LaufradGehen wir mal eine Runde durch den Volkspark. Auch dort: Füße hoch und rollen lassen, auch über den Wiesenhang, egal, wie sehr es rüttelt und schüttelt … Die neu gebauten Häuser der WGS haben einen kleinen Spielplatz, den man vom Volkspark aus sehen kann. Mit halsbrecherischer Geschwindigkeit rast Mika die Wege runter, immer schön die Füße auf dem Brett. Die Illusion einer Trommelbremse am Puky hilft beim Anhalten gar nich. Mika benutzt sie eh nicht, weiß gar nicht, wofür der Hebel ist (der tut ja nix). Aber er kriegt’s Laufrad immer mit den Füßen zum stehen, weswegen ich mir auch keine Sorgen mach, dass er vorne auf die Straße geraten könnte.

Die Abendsonne wärmt kaum, es geht zum Glück kein Wind und man kann es aushalten, auf dem Spielplatz.leiner Spielplatz unterhalb des VolksparksIch hab nur irgendwie die falschen Schuhe an und ständig Kieselsteine in den Sandalen. Mit den Eimern an den Ketten schaufelt Mika fröhlich Kies aufs Klettergerüst und lässt ihn durch Rohre rieseln. Ein herumliegender Ball muss auch immer wieder runter. So viel Spaß.

Der Frühling ist noch nicht so richtig ausgebrochen, es grünt nur zaghaft. Wie jedes Jahr stehen dafür schon die Magnolien in voller Blütenpracht.blühende Magnolieweiß-rosa Blüten einer Magnolieweiß-rosa Blüten einer MagnolieIch hätte sehr gerne eine in den Hof bei uns gesetzt. Die Nörgel-Rentner halten mich davon ab; ich hab nicht mal Lust zu fragen. Gerade habe ich den Verwaltungsbeirat abgegeben; Es ist zu absurd, was man sich da anhören muss. »Macht dor eiern Drägg alleene.«

(swg)

Ist das nicht schön? Ein fröhliches Gesicht, denn das große Tochterkind fährt jetzt mit festem Licht am Fahrrad herum. Zu Weihnachten hatten wir Alina das Komplettpaket aus Nabendynamo und Lampen geschenkt. Leider bin ich mit der Montage etwas spät dran, denn so richtig dunkel ist es früh und abends nicht mehr. Trotzdem.

Gestern war es endlich so weit, sich mal dem Einspeichen des Shutter Precision ins Vorderrad zu widmen. An einer Werkbank geht das natürlich besser, als auf dem Boden des Fahrradkellers – also auf zu meinen Eltern. Außerdem könnte ich da meinen Zentrierständer einweihen, so der Plan. Andere Projekte sind ja auch noch in der Pipeline, an meinem Vorderrad ist ein gebrochener Speichennippel zu wechseln und der Reifenwechsel von Spikes auf Sommerbereifung könnte auch gleich vollzogen werden: Der Lastenanhänger wurde voll.


Mit Spikes und viel Wind macht das so überhaupt keinen Spaß, den Anhänger den Berg nach Bannewitz rauf zu zerren … Das ekelhaft regnerische Wetter der letzten Tage hat außerdem den Boden der Halde komplett durchweicht; Die Wege gleichen einer Schlammsuhle. Was will man machen? Rauf müssen wir, bei Opa gibt es einen Gartenschlauch, um den gröbsten Schlamm von den Fahrrädern runterzuspritzen. Bis ich meinen Kaffee fertig und das ‚Equipment‘ ausgepackt habe sind die Fahrräder dann auch wieder trocken (genug). Nach diesem Winter ist ein bisschen waschen sowieso nicht verkehrt.

Voller Vorfreude öffne ich auf der Werkbank den Rose-Karton, nur um ernüchtert festzustellen, das da mitnichten der Zentrierständer drin ist. ‚Leichter, als ich dachte‘ war mir beim einpacken durch den Sinn gegangen … hätte ich mal rein geguckt! Mit Mikas Geschenkekiste kann ich hier grad wenig anfangen -.- Dann muss das Einspeichen halt ohne gehen. Und das tut es auch. Alles in allem brauche ich nicht mal eine Stunde, um das Rad auszuspeichen und den neuen Nabendynamo einzuspeichen. Zeit gekostet hat dann anderes.

Erst hatte ich Bedenken, weil die alte Nabe im woom links und rechts unterschiedliche Durchmesser hat Aber Schlussendlich hätten die Speichen nicht mal zwei Millimeter Längenunterschied gehabt. Woom war hier auch pragmatisch: Gleiche Länge links wie rechts. Der Nabendynamo hat den gleichen Lochdurchmesser wie die große Seite der woom-Nabe, er passt also problemlos.

Die Nippel hab ich ringsum genau bis zum Gewindeende auf die Speiche gedreht, da war alles noch sehr weich. Zum Zentrieren hab ich das Rad dann einfach eingebaut. Und hier zeigt sich auch der Grund für die Unterschiedlichen Durchmesser links und rechts an der Nabe: Mit den größeren Durchmesser streifen die Speichen die Bremssattel-Konstruktion. Aber nur leicht. Ich fange erstmal zu spannen an; Ringsum die Nippel immer erst eine ganze, später eine halbe Umdrehung anziehen. Es schleift immer noch. Also beginne ich eine Extra-Runde Speichenanziehen nur auf der rechten Seite, in der Hoffnung, dass die leichte Asymmetrie den Winkel der Speichen links vergrößert. Es klappt, die Speichen gehen jetzt mit ganz knapper Luft am Bremssattel vorbei.

Der nächste Schreck kommt aber gleich darauf, als ich die Centerlock-Scheibe draufsetze und mit dem Ring festziehe. Es gab nur Ringe mit Magnet und genau der Magnet schlägt jetzt am Ausfallende der Gabel an; Die Ausfallenden sind extrem kurz am Gabelrohr angeschweißt. Ich feile den Magneten einfach runter, einen anderen Ring habe ich jetzt nicht. Muss ich besorgen, wenn es einen ohne Magnet bei meinem Händler zu kaufen gibt … Außerdem hab ich den Vielzahn für den Centerlock eh zu Hause liegen lassen. Nur mit Lappen und Rohrzange mag das für die Heimfahrt ok sein, aber richtig festziehen muss ich das definitiv noch.

Die Verkabelung ist schnell erledigt, kann aber auch noch ‚tuning‘ vertragen. Wenn die Kabel weitestgehend innen verlaufen, sind sie besser geschützt. Dafür braucht aber der Gepäckträger ein Löchli. Und wenn ich das Kabel vorn eventuell durch den Gabelschaft gefummelt bekomme, bin ich restlos zufrieden. Die Rückleuchte aus der Krabbelkiste meiner Fahrradteilesammlung passt natürlich nicht: Sie ist zu breit um zwischen die Gepäckträgerrohre zu passen … Achnaja, hab noch mehr da.

Alles in allem lief die Aktion ‚Festes Licht‘ so reibungslos, wie erhofft. Glückliches Tochterkind inklusive. Weit fortgeschritten ist die Zeit trotzdem und so lasse ich Winterbereifung und ausgerissenen Nippel an meinem Fahrrad für einen anderen Tag in näherer Zukunft.

(swg)

Es ist Samstag und Maria will ein bisschen Luft zu Hause. Der erste Advent ist morgen, geschmückt ist hier noch gar nichts und die Bude sieht aus … Also hab ich mir Mika geschnappt, Jannika kommt auch mit: Einkaufen im Kaufland; Es fehlt so dies und das. Außerdem findet sich davor ein Händler, der weihnachtliches Grün vertickt. Ein Baum wird es nicht für uns, aber ein Strauß und ein paar Zweige für den Adventskranz (den winden wir selbst).

Für mich heißt das, Sitz und Lastenanhänger ans Fahrrad bammeln und den Berg rauf eiern. Der Lastenanhänger hat beim Einkaufen den Vorteil, dass Mika unter Kontrolle ist, der sitzt gerne da drin. Mit irgendwas vom Bäcker hält er das auch ziemlich lange durch und kommt Jannika und mir nicht in die Quere. Um uns Stress an der Kasse zu ersparen, scannen wir den Einkauf gleich selbst mit einem der mobilen Handscanner. So brauchen wir unseren Kram auch nicht nochmal aus- und wieder einpacken. Die einzig blöde Hürde vom Kaufland ist: Ich brauch die App von denen. Ohne Google-Services läuft die aber nicht. Wenn mir aber Maria von ihrem Tablet einen Screenshot des Registrierungs-QRCodes schickt …

Außer, das Mika am Anfang immer den Handscanner von Jannika haben will – Nein! Kein Spielzeug! – läuft der Einkauf reibungslos. Im Kaufland ist für meinen Lastenanhänger auch genug Platz. Mit 86 cm lichter Weite ist es am Rollsteg ins Untergeschoss zwar knapp, aber er passt. Ich muss nur ein bisschen aufpassen, das Ding nicht zu sehr im Weg rumstehen zu lassen, wenn ich `was such. Zwei mal Piepsen und einmal Karte anhalten, dann sind wir auch schon durch die Kasse. Frohen Mutes gehen wir zu Weihnachtsgrünzeug-Verkauf: Für ganze vier Euro bekomme ich alles Grün, das ich brauche. Kind in den Sitz, Anhänger ans Fahrrad und los … Nö. Platten! Schon wieder?! Das hatte ich doch erst vor zwei Wochen!! Der Tripp war ähnlich, mit Anhänger und Kind im Sitz. Nur dass ich da nicht mal bis zu meinen Eltern gekommen bin. Schon auf halbem Weg, auf der Halde, war Schluss und ich musste die Fuhre den Berg rauf schieben. Es ist zum kotzen, geht grad nichts ohne Schwierigkeiten.

Gerade nervt mein Fahrrad eh ein bisschen. Magura hält einfach nicht, was der Name eigentlich verspricht. Den Hebel der hinteren hydraulischen Felgenbremse musste ich schon tauschen, weil undicht. Jetzt verklemmt sich vorn der Nehmerzylinder, sodass der Bremsschuh einseitig an der Felge schleift. Auch mit reinigen kriege ich das nicht mehr in den Griff. Das ist überhaupt der anstrengendste Punkt: Inzwischen muss ich die Bremse so alle drei bis vier Monate panibel reinigen, um sie am Leben zu erhalten. Ich hab‘ ernsthaft überlegt auf mechanische Bremsen mit Bowdenzug zurück zu rüsten. Aber andererseits sind 53,- € für ein komplett neues Set vorn doch vertretbar. Insgesamt sind viereinhalb Jahre Lebensdauer aber irgendwie kein Ruhmesblatt für eine Bremse. Oder bin ich da zu anspruchsvoll?

Wir müssen nach Hause, deshalb fährt Mika auf Jannikas Gepäckträger mit und ich schieb‘ meine Fuhre – so ein fröhliches Kind. Mika sitzt lieber bei Janni, als im Sitz hinter mir. Ich hab schon überlegt, ob ich nicht so eine gepolsterte Sitzfläche für Gepäckträger besorge und zwei Fußrasten zum anklippsen. Dann säße Mika wenigstens etwas sicherer. Ich laufe, die beiden Kinder radeln langsam vorne weg. Man muss sich den Scheiß ja schön reden: So hat Maria etwas länger Ruhe zu Hause. Ich hab von meinem Fahrrad erstmal genug und stell‘ es in den Keller, wie es ist. Vielleicht kümmer ich mich um den Platten heute Abend. Wahrscheinlich aber erst morgen irgendwann.

(swg)

Ein paar Kleinigkeiten aus dem Baumarkt fehlen mir. Und ich könnte die Nachbarin unter uns befrieden: Neue Schläuche! Nein, keine Herz-Op. Ich hab den Balkon geputzt, damit wir wieder regelmäßig draußen Abendbrot essen können. Dabei wurde ich darauf ‚hingewiesen‘, dass ich Schuld am nicht-blühen ihrer Blumen sei, letzten Sommer. Ich hab die nämlich mit den Ablaufschläuchen meiner Balkonkästen ersäuft!1!! Nur das die Schläuche weit raus und nicht in ihre Balkonkästen zeigen … Egal, neue Schläuche, längere, die in meine Ablaufrinne vom Balkon zeigen. Damit muss Petrus die Schuld an den Blumen künftig ganz auf sich laden.

Das große Tochterkind hat Lust aufs Fahrrad fahren: Und so radeln Alina und ich nach dem Abendbrot zusammen zum großen, orangen Baumarkt. Auf den regennassen Straßen ist an einem Samstagnachmittag kaum jemand unterwegs; Es hat sich deutlich abgekühlt, aber die Luft ist einfach herrlich, dazu gibt’s kaum Autos, die stören. Naja fast. Reibungslos über die Straßen zu radeln klappt nur genau deswegen: Es sind wenig Autos unterwegs. Zu solchen Zeiten sind die Autofahrer überdurchschnittlich geduldig; Man wird nicht bedrängt oder zu knapp überholt, weil sich niemand unter Druck fühlt, vielleicht von einem anderen Auto hinter ihm. Von Platz fürs Rad kann in Dresden immer noch nicht wirklich die Rede sein; Da fehlt einfach noch viel und bewegt sich zu wenig.

Manchmal glaube ich ja, dass es in meiner Stadt viele gibt, die mehr von Infrastruktur für Menschen und einer lebenswerte Stadt verstanden haben, als „die Stadt“ selbst. Der orange Baumarkt zum Beispiel. Gaaaanz ganz früher hatten die dort dieses typische Auto-und Fahrrad-Zubehör-Regal, dann flog das raus und es gab lange nichts. Nicht dass ich Fahrrad-Zubehör im Baumarkt gesucht hätte, war auch immer irgendwie eine Ramschecke. Aber die waren einer der Ersten, die ordentliche Fahrradständer vorm Eingang eingerichtet haben. Einbetonierte Bügel mit Platz rundrum, teils stehen die sogar unterm Vordach; Nicht einfach nur die hässlichen Speichenmörder! Seit neuestem haben sie sogar eine Reparatur-Station aufgestellt.Fahrrad-Reparatur-Station vorm großen, orangen BaumarktCool. Einfach freundliche Infrastruktur. Letztes Jahr hab ich mal drum gebeten, die Fahrradständer nicht mit den Pflanzenangeboten zuzustellen – machen sie auch nicht mehr, Danke! Und es kommen nicht wenig Leute mit dem Fahrrad zum Baumarkt, die Fahrradständer sind immer sehr gut besetzt, wenn ich mal da bin. Wenn man ehrlich ist, hat man auch eher selten große, schwere und/oder sperrige Sachen im Einkaufswagen. Fahrt mehr Fahrrad, seid die Henne, das Ei könnt ihr nicht sein.

(swg)

PHP Code Snippets Powered By : XYZScripts.com