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Ich gebe zu, ich habe meinen Heimserver – läuft unter Debian – ziemlich lange vernachlässigt. Er ging ja. Jetzt hab ich mal Updates gezogen – es kamen über 1 GB.

Ziel war eigentlich, ein Dokuwiki zu installieren, bei dem mir noch ein php-Paket fehlte. Nebendran ist auch noch ein Mediawiki installiert, in dem ich angefangen habe Projekte, Basteleien und Möbelbau zu planen und zu dokumentieren. Das hab ich mal vor einer halben Ewigkeit installiert, immer mal befüllt, aber den Unterbau nicht wirklich upgedatet. Bis jetzt.

Auch diesmal hat mich Debian wieder hinterrücks angeschossen: php 5.x war weg und dafür php 7 am laufen. Nix Wiki – weder das Media- noch das Dokuwiki. Klar stand das sicher irgendwo in der Liste von Aptitude, dass er das vorhat. Nervig ist das trotzdem, ganz zu schweigen von nutzerfreundlich. Also erstmal alle zurückfummeln und nicht mit der eigentlichen Aufgabe beschäftigen…

Das war der Grund, warum auf dem Desktop jetzt Ubuntu läuft. Da die aber auch anfangen, solche Sperenzchen zu machen, versuch ich es auf dem nächsten Desktop mit Arch Linux. Beim Server mit all seinen laufenden Diensten bin ich einfach zu träge und will dafür gerade keine Zeit aufwenden – und die Schmerzgrenze ist auch noch nicht überschritten.

(swg)

Ich kenne Ihn länger als Maria und er hat mich nie im Stich gelassen: mein kleiner eeePC. Er funktionierte bis jetzt problemlos, nun leider ist er verstummt: kein Sound kommt mehr aus seinen Lautsprecherchen, der Rest läuft immer noch, selbst der Akku ist topfit und hält 5 Stunden durch. Was soll man da machen? Nun gut, es ist nur ein Ding, schade. Zehn Jahre ist er alt, fast schon ein Fossil in Technikjahren gezählt. Auch wenn er seine Aufgaben immer noch erledigen kann, man könnte ihn doch mal ersetzen.

Kann! man! nicht!
„Der Markt“ ist nicht in der Lage, adäquaten Ersatz zur Verfügung zu stellen! Ich wäre ja gerne mit der Zeit gegangen. Tablet-artig wäre schön gewesen, Ubuntu hat auch eine passende Oberfläche bereit. Eine Tastatur hätte ich gern per Bluetooth drangehängt, wenn ich tatsächlich wirklich ernsthaft schreiben oder programmieren möchte, sonst ist die Ballast. Wifi, USB-Host-Port, lange Akkulaufzeit – alles erfüllbar. Aber! UMTS- oder LTE-Modem! Das ist die Fußangel meiner Wünsche. Stick draußen dran? Kommt ja gar nicht in Frage!. Niemand hat es – es sei denn ich kauf mir ein M$ Surface oder lege tausende Taler für etwas von Sony hin, dass dann aber rundherum an einer Glaskante endet, die mir einfach nicht robust genug für meinen Umgang erscheint (Sony Vaio Duo, falls jemand gefragt hat). Ich hatte groß Hoffnung in UbuntuTab gesetzt, wurde aber auch hier enttäuscht, als es endlich präsentiert wurde: kein Mobilfunk drin.

Zeitreise
In meiner Verzweiflung bin ich in die Vergangenheit gereist. Die Zeitmaschine heißt ebay-kleinanzeigen. Jetzt steht hier wieder ein eeePC 901 go, diesmal in schwarz. Dafür hat der Vorbesitzer den RAM schon auf 2 GB aufgerüstet und die SSD gegen eine 30 GB-Version getauscht. Bluetooth ist an Board, das fehlte beim weißen, den ich damals als Schnäppchen für 270,-€ aus dem Internet bekam. Heute waren’s für den schwarzen noch 70,-€

Das Windows 7, das sich wirklich passabel auf der alten Hardware anfühlt – sogar Aero ist an – musste weichen. Debian kommt aber nicht wieder drauf, der Testing-Zweig ist mir zu veraltet und oft frickelig. Derzeit birgt jedes Update eine neue Überraschung, was ich diesmal wieder gerade biegen darf. Manchmal bootet die Kiste dann auch nicht, was zu echten Klimmzügen führt. Ubuntu sollte es diesmal sein: Ubuntu-Mate? Lubuntu, Xubuntu?

Mit Mate hab ich schonmal geliebäugelt und diesmal die Chance genutzt. Leider muss ich feststellen, dass der Komfort sehr zu wünschen übrig lässt: Wenn ich den Desktop nach meinen wünschen konfigurieren will, fehlen tausend Dialoge. Gefühlt ist Mate auf dem Stand von XFCE von vor 6-7 Jahren. Damals hab ich mir die Zeit genommen, weil ich mit XFCE einen schlanken Desktop kriegen konnte (150 MB RAM nach dem Booten und kaum Systemlast). Heute will ich nicht mehr frickeln und bekomme mit XFCE immer noch den schlanken Desktop, kann mir den Desktop aber zusammenklicken, ohne in die config-Hölle tauchen zu müssen. Dazu kommt, das Mate im Leerlauf schon ~8 % CPU frisst. So dicke ist der Akku vom eeePC nun auch nicht. Ich hab dazu wenig Ambitionen, die Ursache zu finden – so viel Zeit hab ich nicht übrig. Zum Vergleich: Mit XFCE dümpelt er zwischen 2 und 3 %. Drei Abende später steht fest: Ubuntu-Mate muss wieder weichen, es wird Xubuntu. XFCE mag ich, kenn‘ ich und Ubuntu hat die Software aktuell, die ich brauch (FreeCad zum Beispiel). Damit ist dann auch gleich der Hauptrechner fällig. Adieu Debian.

(swg)

Wie man deb-Pakete anpasst.

Marias Tablet hat einen toten Akku, ist also derzeit nicht zum Geocachen zu gebrauchen. Muss also der kleine eeePC wieder dafür herhalten. Nun ist geocachen mit FoxtrotGPS und offenem Browser daneben etwas umständlich. Für Android gibt es einige Apps – aber gibts auch was für Linux?

Ja, gibt es: OCM OpenCacheManager. Leider sind die fertigen Pakete nur für Ubuntu gedacht. Da ist eine Abhängigkeit drin, die die Installation unter Debian verhindert, der sog. „ubuntu-system-service“. Dabei handelt es sich um Dbus. Unter Debian heißt das Paket mit DBus auch so: dbus. Ich hab es mir daraufhin einfach gemacht und einfach die Abhängigkeiten im opencachemanager-Paket geändert, sprich die ubuntu-system-service rausgeschmissen.

Im Prinzip geht das so:

  • Man entpackt das deb-Paket,
  • extrahiert die Control-informationen,
  • ändert die Control-Datei und
  • lässt das Paket wieder zusammenbauen.

Anschließend sollte sich das Paket installieren lassen. Bei mir sah das nun folgendermaßen aus:
Erstmal hab ich mir hier das aktuelle OCM-deb-Paket für Ubuntu runtergeladen. In einem Terminal bin ich root geworden, hab ein Verzeichnis zum Entpacken angelegt und hab dahinein das Paket ausgepackt:

root@Sesta:/# cd /root
root@Sesta:/root# mkdir ./ocm
root@Sesta:/root# cp $VONWOAUCHIMMER/opencachemanager_1.0.14-1_all.deb /root/
root@Sesta:/root# dpkg-deb -x ./opencachemanager_1.0.14-1_all.deb ./ocm/
root@Sesta:/root# dpkg-deb -e ./opencachemanager_1.0.14-1_all.deb ./ocm/DEBIAN
root@Sesta:/root# nano ./ocm/DEBIAN/control

Im Editor suchen wir jetzt die Zeile, die mit Depends beginnt:

Depends: libmono-system2.0-cil, libwebkit1.1-cil, libmono-sqlite2.0-cil, gpsbabel, libgtk2.0-cil, libndesk-dbus1.0-cil, libgconf2.0-cil, ubuntu-system-service, libndesk-dbus-glib1.0-cil, librsvg2-common, libmono-system-web2.0-cil, libmono-cairo2.0-cil, libmono-system-web4.0-cil, libmono-system-data4.0-cil

Das fett markierte löschen wir und speichern die Datei. Jetzt brauchen wir nur noch das Paket zusammenzubauen und zu installieren.
root@Sesta:/root# dpkg-deb -b ./ocm opencachemanager_1.0.14-1_all_debian.deb
dpkg-deb: Paket »opencachemanager« wird in »opencachemanager_1.0.14-1_all_debian.deb« gebaut.
root@Sesta:/root# dpkg -i ./opencachemanager_1.0.14-1_all_debian.deb
Vormals nicht ausgewähltes Paket opencachemanager wird gewählt.
(Lese Datenbank … 161432 Dateien und Verzeichnisse sind derzeit installiert.)
Entpacken von opencachemanager (aus …/opencachemanager_1.0.14-1_all_debian.deb) …
dpkg: Abhängigkeitsprobleme verhindern Konfiguration von opencachemanager:
opencachemanager hängt ab von libwebkit1.1-cil; aber:
Paket libwebkit1.1-cil ist nicht installiert.
opencachemanager hängt ab von libgtk2.0-cil; aber:
Paket libgtk2.0-cil ist nicht installiert.
opencachemanager hängt ab von libndesk-dbus1.0-cil; aber:
Paket libndesk-dbus1.0-cil ist nicht installiert.
opencachemanager hängt ab von libgconf2.0-cil; aber:
Paket libgconf2.0-cil ist nicht installiert.
opencachemanager hängt ab von libndesk-dbus-glib1.0-cil; aber:
Paket libndesk-dbus-glib1.0-cil ist nicht installiert.
opencachemanager hängt ab von libmono-system-web2.0-cil; aber:
Paket libmono-system-web2.0-cil ist nicht installiert.
opencachemanager hängt ab von libmono-cairo2.0-cil; aber:
Paket libmono-cairo2.0-cil ist nicht installiert.
opencachemanager hängt ab von libmono-system-web4.0-cil; aber:
Paket libmono-system-web4.0-cil ist nicht installiert.
opencachemanager hängt ab von libmono-system-data4.0-cil;
dpkg: Fehler beim Bearbeiten von opencachemanager (–install):
Abhängigkeitsprobleme – verbleibt unkonfiguriert
Trigger für desktop-file-utils werden verarbeitet …
Trigger für gnome-menus werden verarbeitet …
Trigger für mime-support werden verarbeitet …
Trigger für shared-mime-info werden verarbeitet …
Fehler traten auf beim Bearbeiten von:
opencachemanager

Offenbar fehlt noch bissel was. Es lässt sich einfach erzwingen, dass das Fehlende installiert wird:
root@Sesta:/root# apt-get install -f
Paketlisten werden gelesen… Fertig
Abhängigkeitsbaum wird aufgebaut.
Statusinformationen werden eingelesen…. Fertig
Abhängigkeiten werden korrigiert … Fertig
Die folgenden zusätzlichen Pakete werden installiert:
libgconf2.0-cil libgtk2.0-cil libmono-cairo2.0-cil libmono-cairo4.0-cil libmono-data-tds4.0-cil libmono-messaging2.0-cil libmono-sharpzip2.84-cil libmono-sqlite4.0-cil libmono-system-core4.0-cil libmono-system-data-linq2.0-cil libmono-system-data4.0-cil
libmono-system-enterpriseservices4.0-cil libmono-system-messaging2.0-cil libmono-system-transactions4.0-cil libmono-system-web-applicationservices4.0-cil libmono-system-web-services4.0-cil libmono-system-web2.0-cil libmono-system-web4.0-cil libmono-wcf3.0-cil
libmono-web4.0-cil libmono2.0-cil libndesk-dbus-glib1.0-cil libndesk-dbus1.0-cil libwebkit1.1-cil
Vorgeschlagene Pakete:
monodoc-gtk2.0-manual libmono-winforms2.0-cil monodoc-webkit-manual
Die folgenden NEUEN Pakete werden installiert:
libgconf2.0-cil libgtk2.0-cil libmono-cairo2.0-cil libmono-cairo4.0-cil libmono-data-tds4.0-cil libmono-messaging2.0-cil libmono-sharpzip2.84-cil libmono-sqlite4.0-cil libmono-system-core4.0-cil libmono-system-data-linq2.0-cil libmono-system-data4.0-cil
libmono-system-enterpriseservices4.0-cil libmono-system-messaging2.0-cil libmono-system-transactions4.0-cil libmono-system-web-applicationservices4.0-cil libmono-system-web-services4.0-cil libmono-system-web2.0-cil libmono-system-web4.0-cil libmono-wcf3.0-cil
libmono-web4.0-cil libmono2.0-cil libndesk-dbus-glib1.0-cil libndesk-dbus1.0-cil libwebkit1.1-cil
0 aktualisiert, 24 neu installiert, 0 zu entfernen und 0 nicht aktualisiert.
1 nicht vollständig installiert oder entfernt.
Es müssen noch 4.302 kB von 5.308 kB an Archiven heruntergeladen werden.
Nach dieser Operation werden 16,3 MB Plattenplatz zusätzlich benutzt.
Möchten Sie fortfahren? [J/n]

Ein beherztes [Enter] erledigt unsere Probleme. Aufräumen sollte man im /root-Verzeichnis noch:
root@Sesta:/root# rm -r ./ocm

OCM sollte sich im Desktop-Anwendungs-Menü bei „Sonstige“ finden. Viel Spaß damit!

(swg)

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