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Jannika hat im Urlaub an der Ostsee zu viele Segelboote gesehen. Es entstand in ihr die fixe Idee, segeln lernen zu wollen. Weil mir das Kind in letzter Zeit eh zu viel sitzt, bei allem was sie tut: Warum nicht? Und manchmal kennt man ja noch Leute, weiß von ihren Freizeitaktivitäten. Noch aus der Uni weiß ich von Iris, das sie nicht nur selbst segelt, sondern im Verein Kinder betreut und im Segelsport ausbildet. Macht sie immer noch, Platz im Verein ist auch.

Der Einstieg hat sich sehr einfach gestaltet und Jannika geht wöchentlich zum Segeln auf der Elbe beim Wassersportclub Dresden – Loschwitz e.V.. Kein Wind ist keine Ausrede, fahren lernen muss man ja auch; Der Kutter zieht. Im Winter findet sowieso Theorie statt und das Material muss ja auch gepflegt werden. Es gibt immer was zu tun, beim segeln.

That all do

Wie es der Zufall so will, findet immer im September, als letzte Draußen-Veranstaltung für die Kinder des Vereins, das „Segeldaddeldu“ statt. Die Anfänger werden in „Optis“ gesetzt und: segeln. Auf der Talsperre in Bautzen ist genug Platz. Voraussetzung sind dabei nicht nur genug Trainer und Kinder, auch die Jollen müssen dahin. Sowas kann ich tatsächlich leicht organisieren: Weil wir unsere Transportaufgaben fast immer mit Teilauto lösen und ich für Bautzen eh ein Auto miete, kann das auch gleich ein Kleintransporter sein.

Gestern Abend haben wir drei Optis in den Transit Custom gepackt, dazu das Trainer-Schlauchboot mit Außenborder und Kleinkram. Das Zeug für zwei Tage camping ging auch noch rein. Top! Immer das passende Auto dabei, bei Teilauto.Drei Optis im Ford Transit CustomHeute Morgen ging’s zeitig los, halb acht sind wir auf der Piste. Ein bisschen zu früh kommen wir an, ich hab das Tochterkind zu sehr angetrieben. Lange müssen wir aber nicht warten. Insgesamt sind wir vier Familien, drei Kinder gibt’s da erstaunlich oft, nur ich hab nicht alle mitgebracht. Zu meiner Überraschung ist ein Arbeitskollege dabei: Segel-Trainer seit ’schon immer‘ beim befreundeten Verein Segelclub Dresden-Wachwitz e.V.. Dresden ist halt ein Dorf. Die Optis sind schnell ausgepackt; Das geht echt effizient, wenn der Kram komplett in einem Auto liegt.

Ins Wasser

Der Vormittag findet zwar auf dem Wasser statt, die Neusegler starten aber erstmal nur mit Praddel und Pinne: Geradeaus fahren ist das erste Ziel.Praddeln mit dem Optimist auf der Talsperre BautzenAuf dem Wasser kann ich nicht viel beisteuern, Mittag ist noch ein bisschen hin, den Bus kann ich ja mal bisschen aufräumen. Und mit den anderen Eltern ’socializen‘.

Nach dem Mittag dürfen – nach einer kurzen Theorie-Einheit – endlich die Segel gesetzt werden.Optimist legt vom Steg abSegelanfänger üben im Optimist auf der Talsperre BautzenSegelanfänger üben im Optimist auf der Talsperre BautzenEs ist wirklich wenig Wind. Aber für den Anfang ist das vielleicht gar nicht so schlecht. Das Boot bewegt sich nicht schnell und jede Reaktion des Segels auf Wind und Richtungsänderung ist behäbig und berechenbar. Es ist ein herrliches Wetter; Nicht absolut zum segeln, aber auf jeden Fall zum draußen sitzen, zum schreiben, zum auf der Bank einschlafen …

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Verdammt, jetzt ist aus dem Nickerchen mehr als eine Stunde geworden! Mein Rücken dankt der Holzbank. Aber ich muss schnell hoch, die Kinder sind wieder an Land, die Boote müssen aus dem Wasser. Ich nehme eine sehr euphorische Jannika entgegen. Die hat sehr großen Spaß gehabt und grinst wie ein Honigkuchenpferd: Die kleine Wettfahrt unter den Segelanfängern hat sie gewonnen. Ich denke, sie hat ihr Hobby gefunden.

Tja, und der Rest des Tages geht mit Abendessen und ausbaumeln vorbei. Ich hab mich heute tatsächlich echt nett unterhalten; Leute getroffen, die ich gesellschaftspolitisch in meiner Peergroup verorte. Das ist schön.tief stehender Mond über der Talsperre BautzenMorgen segeln die Kinder wieder, mehr Wind soll dann auch sein.

(swg)

Ein bisschen genervt ist Alina schon davon, nicht mehr spontan in einen Bäcker laufen zu können und sich einfach was auszusuchen. Sobald wir unterwegs sind, ist es auch wirklich nicht so einfach, glutenfrei zu essen. Es kann ja nicht immer wieder die Bratwurst sein – ohne Brötchen dann.

Fangen wir am Besten doch beim typisch deutschen, dem Bäcker an. Gefunden haben wir tatsächlich nur einen, der glutenfreie Backwaren anbietet – von Brot bis Kuchen soll da etwas im Angebot sein: beim Wippler (und ich muss ein bisschen grinsen, weil das – ganz völlig zusammenhanglos – an Batmans »The Riddler« erinnert. Na egal.)

Eine Filiale, die auch Sonntags geöffnet ist, findet sich in Pillnitz. Damit können wir noch eine zweite Sache verbinden: Wir haben es noch nie ins Palmenhaus im Pillnitzer Schlossgarten geschafft. Und eigentlich waren wir pberhaupt ganz lange schon nicht mehr am Pillnitzer Schloss. Die Straßenbahn haben wir gerade verpasst, der Bus bringt uns übers Blaue Wunder und dann rechtselbig nach Hosterwitz. Vielleicht die Schönere Fahrt, als auf der anderen Seite nur durch die Stadt.

Das Wetter ist eher mäßig, die Kälte kriecht in die Klamotten; Eine Vorahnung von Winter. Aber im Palmenhaus spielt das ja keine Rolle, hier ist es warm. Vergesst nicht, Euch Eintrittskarten im Besucherzentrum in der »Alten Wache« beim Osteingang des Schlosses zu besorgen.In den 80ern völlig dem Verfall überlassen hat man es nach der Wende über längere Zeit saniert. Inzwischen ist auch das schon wieder ein bisschen gealtert. Was mir umwerfend gut gefällt ist die Darstellung seiner Geschichte im gemauerten hinteren Flügel des Palmenhauses. In einem kurzweiligen Rundgang erfährt man von der Pflanzen-Versessenheit Friedrichs des I. und seines Sohnes. Und auch vom Treppenwitz der „Spar“-Variante des neuen Palmenhauses unter König Johann… Aber da guckt mal selber nach.

Noch ein kurzer Blick von draußen,dann schlendern wir durch den Schlosspark rüber zum Wasserpalais. Ich mag die Stimmung des Parks im November, wenn der Herbst verglüht und sich grauer Nebel auf alles zu senken beginnt.Der goldgelbe Glanz hat schon deutlich nachgelassen, ganz weg ist er noch nicht. Ein paar versprengte Touristen finden sich unten an der Elbe.Ein ganz klein bisschen hab ich spekuliert, dass der Keramik-Laden der Töpfereiinnung geöffnet ist – meine Teetasse wurde ja leider gehimmelt. Eine neue wäre schon nett. Ich hab aber Pech – naja, Geld gespart.

Wir machen uns auf den Weg zum Bäcker, quer durch den Schlosspark. Einen kurzen Blick wollen wir dabei noch auf das Kamelienhaus werfen.Viel sehen kann man leider nicht. Die Scheiben des Winterquartiers sind komplett beschlagen. Aber ich treffe jemanden, den ich seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen habe: Thomas, vom Eislaufen. Und dann ausgerechnet hier?! Meine Güte, zehn Jahre sind schnell weg. In der Eissporthalle sind wir jahrelang winters ein bis zwei Mal die Woche gewesen. Oft genug ging’s danach ins Café Aha. Vielleicht sieht man sich mal wieder auf dem Eis.

Beim Englischen Pavillon verlassen wir den Schlosspark und streben zur Haltestelle Leonardo-da-Vinci-Straße. Dort am Nahkauf ist eine Wippler-Filiale. Ich hatte das nicht so hinterfragt, aber es stellt sich raus, dass das nicht der gesuchte Bäcker ist. Der ist am anderen Ende des Schlossparks. Aber in 2 min kommt ein Bus – drei Haltestellen und wir sind am Ziel.Es ist außerordentlich viel Betrieb im angeschlossenen Kaffee, alle Plätze sind belegt – mein Blick auf die Uhr sagt halb zwei! Nicht schlecht, Immerhin befinden wir uns an der östlichen Stadtgrenze und Schloss Pillnitz hat nicht gerade Touristensaison. Hier ist eher verschlafenes Dorf zu finden.

Ein bisschen ernüchternd finde ich das Angebot an glutenfreiem Kuchen beim Wippler dann aber schon: einer. Brot gibt’s nur gefroren. Ok, letzeres ist nicht so ungewöhnlich. Glutenfreies Brot oder Brötchen schimmeln unglaublich schnell; Wenn man davon etwas aufbewahren will, dann nur tiefgekühlt. Wir nehmen vom Kuchen und Brot mit. Dann machen wir uns nochmal auf den Weg vorbei am Schloss, diesmal zur Autofähre.Die Sonne versucht sich durchzusetzen, es reicht um das Pillnitzer Schloss ein bisschen strahlen zu lassen.

Drüben bringt uns die Line 2 der Straßenbahn nach Hause. Wir müssen auch wirklich los, meine Eltern kommen um drei zum Kaffee.

(swg)

Wir können ja nicht den ganzen Tag drinnen hocken, da wird man ja blöd im Kopf. Also beschließen wir einen kleinen Ausflug, nichts allzu anstrengendes. Es ist eine gute Gelegenheit, nochmal den Chariot an Mika auszuprobieren. Ein Eis darf dabei auch herausspringen: Wir radeln zum Piccolino über den Fichteturm, der hat offen, sagt die Webseite.Mama bleibt unten bei Mika, die Kinder steigen mit mir auf den Turm (Der Eintritt ist mit 1,- € vernachlässigbar).Ein bisschen spiele ich „Kenne Deine Stadt“ mit den Kindern. Ein paar Sachen finden sie – und ich denke „dem lieben Gott seine Unterhosen“ werden sie so schnell auch nicht wieder vergessen.

Mama soll nicht zu lange Mika im Chariot herumschuggeln müssen; Vorm Haus ist er zur Abfahrt direkt eingenickt und hat bis hier tief und fest geschlafen. Voraussetzung dafür ist, dass er in Bewegung bleibt. Zeit also, wieder hinab zu steigen.Wir rollen runter zum Piccolino – die haben jetzt doch wieder recht zuverlässig auf. Außerdem mag ich, dass es immer mindestens eine außergewöhnliche Sorte gibt. Diesmal probiere ich Ziege-Feige: lecker. Maria hat Zitrone Basilikum versucht, ihr schmeckts, mir nicht so, da fand ich die Kombination Erdbeer-Basilikum besser.

Ein Eis später sind wir wieder vorm Haus.Mika hat 2½ Stunden durchgepennt. Ich denke, damit ist seine Unterwegs-Tauglichkeit bewiesen.

Ich muss Torten und Kuchen backen, für morgen. Jannika hat es geschafft, Alina zu überzeugen, doch noch mit ihr Spaß im Hof zu haben. Maria bleibt mit Mika auch unten, in der Kühle schläft er vielleicht noch ein bisschen.

(swg)