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Es ist früher Morgen, Zeit unser Lager in Turisede abzubrechen. Aller Kram muss wieder in Taschen und den Lastenanhänger. Der Morgentau stört letztlich nur beim Abburch des Zeltes.Das darf einfach noch ein wenig in der Morgensonne trocknen. Derweil hocken wir uns für ein ausgiebiges Frühstück ins Baumstammlokal.Auch das schönste Frühstück kann einen herrlichen Radweg nicht toppen. Natürlich ist das längst nicht mehr der Froschradweg, sonder der so viel bekanntere Oder-Neiße-Radweg.Wir folgen Radwegen neben den Straßen grob der Neiße Richtung Görlitz. Das Wetter droht immer mal wieder finster, will aber nur spielen.Ab Zodel biegt man runter zur Neiße ab und hier ist’s wirklich herrlich! Poldern finde ich schon immer ein faszinierende Landschaft – ich erinnere mich noch an ein Winterhochwasser in Schwedt. Aus der schier endlos scheinenden vereisten Fläche ragten Bäume wie Inseln heraus. Aber auch im Sommer haben solche Wiesen ihren Reiz.Der blaue Zaun spannt sich übrigens entlang der gesamten Grenze und soll uns vor der Schweinepest bewahren.

Unter wechselndem Himmel radeln wir weiter, leider ab Ober Neundorf schon wieder auf der Straße. Viel los ist zwar nicht, aber im Vergleich zum exklusiven Weg entlang der Neiße, eher suboptimal. Bis um eins haben wir es nach Görlitz hinein geschafft.Wir erreichen mit komfortablem Vorsprung den Bahnhof, erst gegen halb drei fährt unser Zug. Schwierig wars nicht und zur Abwechslung könnt Ihr dafür ja mal mit der Nase auf der Karte hinterherfahren.

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Zug

Bleibt noch unser Abenteuer Zugfahrt. Auf dem Bahnsteig treffen noch mehr Radfahrer ein. Der Zug fährt ein – natürlich hält er etwas anders als gedacht -alles rammelt los. Dumm gelaufen für uns, wir sind mit Kindern und Anhänger zu unbeweglich und stehen noch draußen vorm vollen Fahrradabteil.

Glücklicher Weise hat uns die Zugbegleiterin bedeutet, Ruhe zu bewahren. Man ist bei Trilex deutlich freundlicher und entspannter im Umgang mit Radfahrern, als wirs anderswo schon erfahren mussten. Es kommt gleich eine zweite Zug-Sektion, die dann angekoppelt wird. So haben wir überraschend einen Zug fast ganz für uns allein. Ist doch auch schön. Mahlzeit.Unser Urlaub ist damit zu Ende, die Kinder dürfen noch etwas länger. Bei Oma liefern wir sie in Radeberg ab.

Abkürzungen sind immer länger

Ehe wir uns wieder in einen Zug quälen, entschließen wir uns, durch die Dresdner Heide zurückzufahren. Eine Möglichkeit wäre, einfach gerade nach Bühlau und von da die Bautzner Straße runter nach Dresden zu fahren. Wir glauben, es muss noch einen direkteren Weg geben. Machen wir es kurz: den gibt es, aber der ist ein einziges Auf und Ab. Mit einem schweren Fahrradanhänger nur mäßig Spaß. Außerdem haben wir zum Schluss den E-Flügel angepeilt um aus der Dresdner Heide heraus zu kommen. Schwer zu finden war er nicht. Aber er ist für Mountainbiker, die benutzen den E-Flügel als Übungsstrecke. Die Schanzen hab ich ausgelassen, aber Hügel, Hindernisse und Sandgrube musste der Anhänger mitmachen. Hat gehalten.

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Mehr als zwei Stunden waren wir noch unterwegs. Wer nimmt schon den kurzen Weg… Alles ist für irgendwas gut. Dresden empfängt uns mit diesem spektakulären Wetter.Endlich in Räcknitz reicht es mit dem Fahrradfahren. Für heute. Morgen geht’s wieder auf Arbeit.

(swg)

Die Sonne strahlt vom Himmel, und wir wandern durch die geheime Welt von Turisede. Wir haben die Kinder gerade etwas aus den Augen verloren. Sie sind mit ihren Taschenlampen in den unterirdischen Gängen der “Nekropole” unterm Käseberg verschwunden. Schön kühl ist’s da sicher. “Wir treffen uns drüben, wo’s was zu essen gibt”, das heißt also am Feuertempel. Gespannt gucken wir in verschiedene Röhren und Ausgänge, natürlich kommen die Kinder ganz woanders raus. Ein Spaß. Es ist Zeit irgendetwas zum Mittag zu essen, Pomoffeln mit Quark gibt es am Imbiss, was der Feuertempel ist. Lange hält es die Kinder nicht hier, der Wasserspielplatz lockt.Kein Wunder, ist es doch brütend heiß, man muss sich irgendwie abkühlen. So viel Wasser, wie heute, haben wir selbst auf dem Fahrrad nicht getrunken.

An der Trollpforte hatte ich gelesen, dass die Erdmännchen gegen halb drei gefüttert werden, da gehen wir hin. Die Rasselbande residiert auf dem Dach der Neißepforte. Raus kommen sie aber erst, als es Futter gibt.Putzig. Noch ehe sich die Erdmännchen wieder verkrümelt haben, sind Jannika und Alina schon wieder mit der Erkundung von Turisede beschäftigt.Die Drahtröhren finden sie klasse. Als Erwachsener sollte man sich gut überlegen, was man den eigenen Knien zumuten möchte. Hier ist man zwar nicht verleitet, in die Röhren zu klettern, drüben am Baumstammlokal aber schon. Und genau da gehen wir jetzt mal hin, bzw,. steigen wir mal auf dessen Dach, da gibt es nämlich ein bisschen was zu entdecken.

Unter diesem Imposanten Bauwerk liegt die Elfen-Bar, nach ganz oben bin ich noch nie drin gewesen, man kommt auch nicht hin.Über hölzerne Brücken gelangt man auf das Dach des Baumstammlokals.Guckt mal da oben, da wohnt noch jemand.Ziegen! Die müssen sich meine beiden natürlich ganz aus der Nähe angucken.Röhrenklettern fetzt wohl am meisten. Wir besuchen noch die Kuh auf dem Dach, ehe wir unseren Weg oben lang fortsetzen.Ich finde die gesamten Holzbauwerke unfassbar, abgedreht und herrlich. Eindeutig der Alptraum eines jeden konventionellen Statikers. Wir gehen rüber zum Überdachum.Nach der kurzen Schaukeleinlage trödeln wir durch Turisede und stoßen auf das Zauberschloss.Einer muss mit rein – finden die Kinder. Da es das letzte Mal Maria traf, bin ich diesmal fällig.Die Knie sollten fit sein, insbesondere in den Drahtröhren. Ich weiß nicht, warum Kinder da keine Schmerzen zu empfinden scheinen. Vielleicht empfehlen sich ja Volleyball-Knieschützer…

Sobald Janni irgendein Viech sieht, muss sie sich draufsetzen. Gelgenheit bietet Turisede dafür mehr als genug.Es gibt noch so viel mehr in Turisede zu entdecken. Aber langsam neigt sich die Sonne dem Horizont entgegen. Es wird Zeit fürs Abendbrot. Zumal heute spät abends noch das Mitternachtsabendteuer ansteht. Jannika will das zum ersten Mal mitmachen. Da bin ich ja gespannt, ob sie sich in der Dunkelheit nicht zu sehr gruselt – oder ob sie überhaupt wach bleibt.

(swg)

Wir haben wirklich eine gute Routine entwickelt – der Tag beginnt immer gleich. Packen und Frühstück, außerdem muss die Unterwegsverpflegung mundgerecht geschnippelt werden.Frühstücksvorbereitung vorm ZeltDie Routine sagt: Schlafsäcke und Isomatten rollen, Zelt ausräumen und durchlüften, Frühstücken. Nach dem Abwaschen und Zähneputzen wird der Anhänger gepackt und die Fahrradtaschen kommen an die Fahrräder. Zum Schluss wird das Zelt abgebrochen, dann sollte es auch trocken sein.

Heute fühlen wir uns angespornt, wir wollen’s den anderen Fahrradwanderern zeigen!!1! Kurz vor neun sind wir fertig zur Abfahrt – das ist absoluter Rekord für uns, sonst hat’s immer mindestens eine Stunde länger gedauert. Sieger sind wir zwar nicht, aber als Familie mit kleinen Kindern sind wir stolz auf unseren zweiten Platz :D

Die Kinder sind auch angespornt, schließlich ist die Kulturinsel gerade mal noch neun Kilometer weit weg. Den Froschradweg verlassen wir heute endgültig und nehmen einen eher direkten Weg nach Turisede. Über das Dorf Biehain geht es rüber zur Bahntrasse immer auf schmalen Sträßchen. Kekspausen sind obligatorisch.Jannis Kekspause vom FahrradfahrenEntlang der Bahntrasse fahren wir quasi im Wald und der Weg ist hinreichend gut.eidechsen begucken auf dem RadwegUnterbrechungen, wie die gerade, sind Eidechsen geschuldet. In der Sonne sind die Tierchen aber so flink, das kein Foto gelingt. Achja depperte Zäune gibt’s noch.Depperter Zaun im/quer über den WegDa hilft nur der Weg drumherum.umgehen eines depperten Zauns über unseren Wegumgehen eines depperten Zauns über unseren WegFür den Anhänger ist der Graben dort rechts herum ungünstig, ich könnte mit den Carbonstreben des Fahrwerks aufsitzen und was zerbröseln. Links ist noch ein Durchgang mit niedriger Schwelle, wo wir unser Gefährt drüber hieven können. Nicht nett, aber machbar.

Der Rest bis zur Kulturinsel ist asphaltierter Radweg, die Kinder hängen mich fast ab. Und dann sind sie endlich am Traumziel ihrer Radreise.Haupteingang der Kulturinsel, bzw. Trollpforte nach TurisedeCheckin und Zeltaufbau sind flott erledigt – wir hatten vorgestern schon einen Platz mit Strom im Behütum reserviert. Dann darf endlich in Turisede geklettert und geforscht werden.Kletterbaumhäuser in TurisedeJanni im Turisedischen Kletter-BaumhausAber die Kulturinsel ist so viel mehr, als ein verrückter Kinderspielplatz. Im Faulenzum kann man die Seele baumeln lassen (im Kessel überm Holzfeuer). Kommt und guckt Euch den Holzbauwahnsinn an! Oder übernachtet gleich drin, inzwischen gibt es sehr viele Baumhäuser und Baumbetten zu mieten.

Und so kommt ihr hin, wenn ihr vom Biehainer See mit dem Fahrrad startet.

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(swg)

Guten Morgen im ZeltEs ist nicht so früh, wie es vielleicht den Anschein hat, es ist schon nach halb acht. So eine Radtour schlaucht halt doch ein bisschen, egal wie ausgeprägt der Bewegungsdrang von Kindern sein mag. Uns steht heute eine weitere Etappe mit dem Fahrrad bevor, das Ziel ist der Biehainer See. Telefonisch erreicht haben wir da noch niemanden, eventuell klappt es noch, sonst schlagen wir da auf gut Glück auf.

Wie immer zieht es sich, bis Kram und Zelt verpackt sind. Die Kinder wollen unbedingt nochmal in den Park. Als erstes müssen die Meerschweinchen und das Karnickel gefüttert werden…Meerschweinchen im Ziegen- und Wildtierpark ThränaMeerschweinchen im Ziegen- und Wildtierpark ThränaKarnickel im Ziegen- und Wildtierpark ThränaFür Willy und Bruno haben wir unsere alten Äpfel und Möhren zerschnippelt.Willy im Ziegen- und Wildtierpark ThränaWilly im Ziegen- und Wildtierpark ThränaBruno mag nicht herkommen, weswegen Willy alles abstaubt. Zuletzt muss unbedingt “Schlappohr” noch gekrault werden.Willy im Ziegen- und Wildtierpark ThränaNach dem Händewaschen sind wir dann endlich on the Road. Schön wars hier im Ziegen- und Wildtierpark Thräna, kann man sich auch mal für ein langes Wochenende mit dem Womo merken.

Unser nächstes Ziel ist wahrscheinlich nicht weniger schön, immerhin geht es an einen See. Mal wieder werden wir uns nicht an die Route des Froschradweges halten. Ein paar Abkürzungen müssen sein, sonst werden die Umwege für Jannika zu groß – viel mehr als 20 km sollen es für sie am Tag nicht werden.

Zu Beginn folgen wir der Straße von Thräna nach Diehsa. Das Dorf zieht sich weit hin. An seinem Ende wird die Straße zum Radweg, der über einen Damm quer durch das Teilstaubecken Reichendorf führt. Man steht einfach mitten im Wasservogelparadies.Teilstaubecken ReichendorfTeilstaubecken ReichendorfTeilstaubecken ReichendorfTeilstaubecken ReichendorfBevor der Radweg in eine Straße mündet, legen wir eine kleine Pause ein. Kekse, Obst, Schnittchen, was die Kühlbox so hergibt.Pause hinterm Teilstaubecken Reichendorfmein Lastenanhänger Carriage, vollgepacktIst doch schön, wenn etwas mal einfach funktioniert. Braver Anhänger, hat sich die Pause auch wohlverdient. Zumal er gleich noch etwas mehr zu schleppen bekommt. In Niesky stocken wir wieder unsere Vorräte auf. Außerdem telefonieren wir nochmal mit dem “Erholungsgebiet Biehainer See e.V.” und haben Glück: es geht wer ran und Platz haben sie für uns auch.

Hinter Niesky geht es auf Wirtschaftswegen durch Wald und Felder.Zwischen Wald und Feld hinter NieskyHorka gestreift haben wir wieder Asphalt unter den Reifen.irgendwo auf der Straße bei Biehain

Biehainer Seen

Biehain ist unkompliziert, sogar Strom haben wir in der Nähe. Vereinsmäßig organisiert betreiben hier die Bewohnder den Platz selbst. Alle Einrichtungen sind etwas älteren Datums, aber ordentlich gepflegt.

Zelt aufbauen ist inzwischen flotte Routine,Zeltaufbauzumal mit solchen astreinen Profi-Leinenhaltern.ZeltaufbauZeltaufbauUnd jetzt? Na nichts wie ab zum Wasser!!am Biehainer SeeErster!baden im Biehainer Seebaden im Biehainer SeeIst das nicht ein grandioses Plätzchen?Biehainer SeeDen restlichen Tag vergammeln wir und schwatzen mit anderen Fahrradtouristen – noch drei Gesellschaften lagern hier. Man merkt die Nähe des Oder-Neiße-Radwegs, der deutlich bekannter ist, als unsere Froschtour.

Der See ist definitiv für ein verlängertes Wochenende vorgemerkt, er ist einfach nur herrlich schön. Unser Womo muss endlich mal seinen intensiveren Freizeitdienst antreten. Mit dem Finger könnt ihr ja auf der Karte schonmal reinstippen.

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(swg)