Ist das nicht schön? Ein fröhliches Gesicht, denn das große Tochterkind fährt jetzt mit festem Licht am Fahrrad herum. Zu Weihnachten hatten wir Alina das Komplettpaket aus Nabendynamo und Lampen geschenkt. Leider bin ich mit der Montage etwas spät dran, denn so richtig dunkel ist es früh und abends nicht mehr. Trotzdem.

Gestern war es endlich so weit, sich mal dem Einspeichen des Shutter Precision ins Vorderrad zu widmen. An einer Werkbank geht das natürlich besser, als auf dem Boden des Fahrradkellers – also auf zu meinen Eltern. Außerdem könnte ich da meinen Zentrierständer einweihen, so der Plan. Andere Projekte sind ja auch noch in der Pipeline, an meinem Vorderrad ist ein gebrochener Speichennippel zu wechseln und der Reifenwechsel von Spikes auf Sommerbereifung könnte auch gleich vollzogen werden: Der Lastenanhänger wurde voll.

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Mit Spikes und viel Wind macht das so überhaupt keinen Spaß, den Anhänger den Berg nach Bannewitz rauf zu zerren … Das ekelhaft regnerische Wetter der letzten Tage hat außerdem den Boden der Halde komplett durchweicht; Die Wege gleichen einer Schlammsuhle. Was will man machen? Rauf müssen wir, bei Opa gibt es einen Gartenschlauch, um den gröbsten Schlamm von den Fahrrädern runterzuspritzen. Bis ich meinen Kaffee fertig und das ‚Equipment‘ ausgepackt habe sind die Fahrräder dann auch wieder trocken (genug). Nach diesem Winter ist ein bisschen waschen sowieso nicht verkehrt.

Voller Vorfreude öffne ich auf der Werkbank den Rose-Karton, nur um ernüchtert festzustellen, das da mitnichten der Zentrierständer drin ist. ‚Leichter, als ich dachte‘ war mir beim einpacken durch den Sinn gegangen … hätte ich mal rein geguckt! Mit Mikas Geschenkekiste kann ich hier grad wenig anfangen -.- Dann muss das Einspeichen halt ohne gehen. Und das tut es auch. Alles in allem brauche ich nicht mal eine Stunde, um das Rad auszuspeichen und den neuen Nabendynamo einzuspeichen. Zeit gekostet hat dann anderes.

Erst hatte ich Bedenken, weil die alte Nabe im woom links und rechts unterschiedliche Durchmesser hat Aber Schlussendlich hätten die Speichen nicht mal zwei Millimeter Längenunterschied gehabt. Woom war hier auch pragmatisch: Gleiche Länge links wie rechts. Der Nabendynamo hat den gleichen Lochdurchmesser wie die große Seite der woom-Nabe, er passt also problemlos.

Die Nippel hab ich ringsum genau bis zum Gewindeende auf die Speiche gedreht, da war alles noch sehr weich. Zum Zentrieren hab ich das Rad dann einfach eingebaut. Und hier zeigt sich auch der Grund für die Unterschiedlichen Durchmesser links und rechts an der Nabe: Mit den größeren Durchmesser streifen die Speichen die Bremssattel-Konstruktion. Aber nur leicht. Ich fange erstmal zu spannen an; Ringsum die Nippel immer erst eine ganze, später eine halbe Umdrehung anziehen. Es schleift immer noch. Also beginne ich eine Extra-Runde Speichenanziehen nur auf der rechten Seite, in der Hoffnung, dass die leichte Asymmetrie den Winkel der Speichen links vergrößert. Es klappt, die Speichen gehen jetzt mit ganz knapper Luft am Bremssattel vorbei.

Der nächste Schreck kommt aber gleich darauf, als ich die Centerlock-Scheibe draufsetze und mit dem Ring festziehe. Es gab nur Ringe mit Magnet und genau der Magnet schlägt jetzt am Ausfallende der Gabel an; Die Ausfallenden sind extrem kurz am Gabelrohr angeschweißt. Ich feile den Magneten einfach runter, einen anderen Ring habe ich jetzt nicht. Muss ich besorgen, wenn es einen ohne Magnet bei meinem Händler zu kaufen gibt … Außerdem hab ich den Vielzahn für den Centerlock eh zu Hause liegen lassen. Nur mit Lappen und Rohrzange mag das für die Heimfahrt ok sein, aber richtig festziehen muss ich das definitiv noch.

Die Verkabelung ist schnell erledigt, kann aber auch noch ‚tuning‘ vertragen. Wenn die Kabel weitestgehend innen verlaufen, sind sie besser geschützt. Dafür braucht aber der Gepäckträger ein Löchli. Und wenn ich das Kabel vorn eventuell durch den Gabelschaft gefummelt bekomme, bin ich restlos zufrieden. Die Rückleuchte aus der Krabbelkiste meiner Fahrradteilesammlung passt natürlich nicht: Sie ist zu breit um zwischen die Gepäckträgerrohre zu passen … Achnaja, hab noch mehr da.

Alles in allem lief die Aktion ‚Festes Licht‘ so reibungslos, wie erhofft. Glückliches Tochterkind inklusive. Weit fortgeschritten ist die Zeit trotzdem und so lasse ich Winterbereifung und ausgerissenen Nippel an meinem Fahrrad für einen anderen Tag in näherer Zukunft.

(swg)

Nee, habt ihr gedacht! Aber der Winter hat Wespen mitgebracht. Also für uns. In der Wohnung. Wir haben ziemlich spät die Pflanzen reingeholt. Mitte November gab es die erste Frost-Nacht, die den Kakteen wahrscheinlich nicht gut bekommen wäre. In einer Hau-Ruck-Aktion haben wir am späten Abend noch schnell den Balkon leer geräumt. Ganz offenbar haben sich die jungen Wespen-Königinnen bei uns sehr wohl gefühlt: Irgendwo in unseren Balkonpflanzen haben sie sich zum überwintern verkrochen. In der Wohnung ist es schön warm und der simulierte Frühling hat die Wespen aufgeweckt. Dann brummen sie träge und schwefällig um unsere Lampen, sind sehr müde und sind leicht einzufangen – wenn sie einmal sitzen. Fünf haben wir inzwischen eingesammelt und wieder nach draußen befördert. Vielleicht verkriechen sie sich ja in den Blumentöpfen mit Stroh, die wir bereit gestellt haben? Schaffen sie es überhaupt nochmal in die Winterstarre? Ich hab keine Ahnung. Ein bisschen stresst uns das schon; Wir haben sie alle früh morgens entdeckt, wenn es eigentlich reibungslos laufen muss, damit alle rechtzeitig in Kita, Schule und auf Arbeit sind … Naja, man ist ja froh über jedes bisschen Natur, das überlebt.

(swg)

Manchmal ist es schön im Büro.Ficus benjamina im BüroIch komme mit dem „Industrial Charme“ unseres Großraumbüros ganz gut klar, aber Pflanzen waren mir einfach zu wenige und viel zu kleine da. Im Spätsommer hab ich den Ficus von einem Architektenbüro abgeholt. Zusammen mit Mika und einem kleinen Umweg über den Waldspielplatz war das eine recht lustige kleine Fahrrad-/Laufradtour mit Lastenanhänger; In ein Auto hätte das Ding auch gar nicht gepasst. Der Architekt hat nur ein bisschen komisch geguckt. Jetzt steht der Ficus hier und treibt fleißig neue, hellgrüne Blätter. Zu Weihnachten gibt es einen neuen Übertopf.

(swg)

Es ist Samstag und Maria will ein bisschen Luft zu Hause. Der erste Advent ist morgen, geschmückt ist hier noch gar nichts und die Bude sieht aus … Also hab ich mir Mika geschnappt, Jannika kommt auch mit: Einkaufen im Kaufland; Es fehlt so dies und das. Außerdem findet sich davor ein Händler, der weihnachtliches Grün vertickt. Ein Baum wird es nicht für uns, aber ein Strauß und ein paar Zweige für den Adventskranz (den winden wir selbst).

Für mich heißt das, Sitz und Lastenanhänger ans Fahrrad bammeln und den Berg rauf eiern. Der Lastenanhänger hat beim Einkaufen den Vorteil, dass Mika unter Kontrolle ist, der sitzt gerne da drin. Mit irgendwas vom Bäcker hält er das auch ziemlich lange durch und kommt Jannika und mir nicht in die Quere. Um uns Stress an der Kasse zu ersparen, scannen wir den Einkauf gleich selbst mit einem der mobilen Handscanner. So brauchen wir unseren Kram auch nicht nochmal aus- und wieder einpacken. Die einzig blöde Hürde vom Kaufland ist: Ich brauch die App von denen. Ohne Google-Services läuft die aber nicht. Wenn mir aber Maria von ihrem Tablet einen Screenshot des Registrierungs-QRCodes schickt …

Außer, das Mika am Anfang immer den Handscanner von Jannika haben will – Nein! Kein Spielzeug! – läuft der Einkauf reibungslos. Im Kaufland ist für meinen Lastenanhänger auch genug Platz. Mit 86 cm lichter Weite ist es am Rollsteg ins Untergeschoss zwar knapp, aber er passt. Ich muss nur ein bisschen aufpassen, das Ding nicht zu sehr im Weg rumstehen zu lassen, wenn ich `was such. Zwei mal Piepsen und einmal Karte anhalten, dann sind wir auch schon durch die Kasse. Frohen Mutes gehen wir zu Weihnachtsgrünzeug-Verkauf: Für ganze vier Euro bekomme ich alles Grün, das ich brauche. Kind in den Sitz, Anhänger ans Fahrrad und los … Nö. Platten! Schon wieder?! Das hatte ich doch erst vor zwei Wochen!! Der Tripp war ähnlich, mit Anhänger und Kind im Sitz. Nur dass ich da nicht mal bis zu meinen Eltern gekommen bin. Schon auf halbem Weg, auf der Halde, war Schluss und ich musste die Fuhre den Berg rauf schieben. Es ist zum kotzen, geht grad nichts ohne Schwierigkeiten.

Gerade nervt mein Fahrrad eh ein bisschen. Magura hält einfach nicht, was der Name eigentlich verspricht. Den Hebel der hinteren hydraulischen Felgenbremse musste ich schon tauschen, weil undicht. Jetzt verklemmt sich vorn der Nehmerzylinder, sodass der Bremsschuh einseitig an der Felge schleift. Auch mit reinigen kriege ich das nicht mehr in den Griff. Das ist überhaupt der anstrengendste Punkt: Inzwischen muss ich die Bremse so alle drei bis vier Monate panibel reinigen, um sie am Leben zu erhalten. Ich hab‘ ernsthaft überlegt auf mechanische Bremsen mit Bowdenzug zurück zu rüsten. Aber andererseits sind 53,- € für ein komplett neues Set vorn doch vertretbar. Insgesamt sind viereinhalb Jahre Lebensdauer aber irgendwie kein Ruhmesblatt für eine Bremse. Oder bin ich da zu anspruchsvoll?

Wir müssen nach Hause, deshalb fährt Mika auf Jannikas Gepäckträger mit und ich schieb‘ meine Fuhre – so ein fröhliches Kind. Mika sitzt lieber bei Janni, als im Sitz hinter mir. Ich hab schon überlegt, ob ich nicht so eine gepolsterte Sitzfläche für Gepäckträger besorge und zwei Fußrasten zum anklippsen. Dann säße Mika wenigstens etwas sicherer. Ich laufe, die beiden Kinder radeln langsam vorne weg. Man muss sich den Scheiß ja schön reden: So hat Maria etwas länger Ruhe zu Hause. Ich hab von meinem Fahrrad erstmal genug und stell‘ es in den Keller, wie es ist. Vielleicht kümmer ich mich um den Platten heute Abend. Wahrscheinlich aber erst morgen irgendwann.

(swg)