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Grassi Museum für Angewandte Kunst in Leipzig
Im Museum ziehen sie einen schönen Faden vom späten Altertum bis zum Historismus. Wöllte man in jedem Raum wirklich jedes Exponat einzeln betrachten, könnte man den ganzen Tag hier verbringen, herrlich. In manch einer Epoche, wie dem Mittelalter, findet man angewandte Kunst nur in Form religiöser Darstellungen und den Gegenständen für ihre Rituale. Ganz glauben kann ich aber nicht, dass es hier nicht auch außerhalb dieses Rahmens Kunst gegeben haben soll. Insgesamt sieht man sehr gut, wie sich die Alltagsgegenstände entwickeln und immer feiner werden. Spannend ist es das allemal und es hat sich definitiv gelohnt.
Die ständige Austellung endet um 1900. Wahrscheinlich ist es kaum möglich oder sinnvoll einen Abriss über das 20te Jahrhundert zu bringen, da dieser entweder zu lückenhaft oder zu umfangreich ausfiele. Mit der aktuellen Sonderschau über Joe Colombo ist die dauernde Ausstellung aber recht gut ergänzt – 60er Jahre sind immer einen Blick wert. Colombos Design merkt man den Aufbruch ins All deutlich an, finde ich jedenfalls ;) Funktionelles Wohnen war eine Vision, von der man heute glücklicher Weise wieder etwas Abstand genommen hat (Es sei denn man lässt sich in eine Reihenhaussiedlung pferchen). Sein Sessel ist ne Schau, der könnte mit auch gefallen.

Mein kleiner Freund bewährt sich übrigens hervorragend: Was im Museum nicht dran steht oder was unzureichend beschrieben ist (und bei Grassi ist jedes Exponat nur benannt), auch was ich nicht kenne, kann ich sofort nachschlagen. Wikipedia weiß fast immer ein Antwort. Was weiß ich denn schon was eine Kasel ist, oder wozu ein Tabernakel dient?!

So, bei Grassi bin ich raus, jetzt setz ich mich auf Empfehlung (danke Frank) ins Kaffeehaus Coffe Baum, das älteste der Welt, und werde dann dort diesen Text getippt haben. (swg)

Nu glor! Uff nach Leiptzsch!! Der Fluchtreflex wurde ausgelöst und ich bin raus aus Dresden. Na eigentlich freue ich mich ja schon seit Monaten auf Volker Pispers, denn der macht sich echt rar im Osten (Nee Volker, Berlin zählt nicht). An diesem herrlichen Pfingstwochenende ist er in Leipzig. Ich auch.
Aber Volker kommt erst morgen. Heute ist Museumstag! Dafür hab ich meinen kleinen Freund dabei, mal sehen, ob er mir im Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig nützlich sein kann.

Vor zwölf bin ich nicht dort -.-, hab voll verpennt: 9:00 zeigt der Wecker. So blöd das ist, so sehr freut es mich eigentlich. Gestern hab ich nämlich (nach 25 min Brust) wieder 100 25er Bahnen gekrault. Die Freude war groß nach dem Blick auf die Uhr, ich hab erstmals nur 50 min dafür gebraucht. Dabei befürchtete ich schon schlimmstes, nachdem ich das Schwimmtraining die letzten zwei Wochen immer wieder gekippt hatte. Hanteln schwingen hilft also auch :). (swg)

Groß, weitläufig, interessant
Die Messe ist unglaublich groß und kaum an einem Tag zu schaffen, wenn man sich noch mit einigen Ausstellern unterhalten will. Etwas mehr hatte ich mir im Bereich Wissenschaft erhofft, so ist sie vor allem eine Anwendermesse. Nichts desto trotz geht man mit neuen Ideen nach Hause.
VW hatte ziemlich viel Platz beansprucht, los war trotzdem nix. Ebbe. Kaum Interesse von Besuchern. (Wenigstens als ich da war).
In der Energie-Halle stand eine Auswahl an kurriosen (Twike) und ernsteren teilelektrischen Fahrzeugen (Prius) herum. Den IIer Prius hatten sie aufgeschnitten und vorn die Nebenaggregate rausgebaut. Man konnte direkt auf das beeindruckend kompakte Herz aus Verbrenner, Generator, Elektromotor und Planetenradgetrieb schauen. Wie das Ganze funktioniert, steht bei den Priusfreunden. Ewig nörgelnde Zweifler waren auch da, naja was solls. Vatern seiner braucht im Jahresschnitt 5.5 L, angesichts der Größe vollkommen in Ordnung und nur von ein paar Dieseln getoppt.

Was anderes beeindruckendes ist auch noch hängengeblieben: Für die Fahrt nach Hannover hatte ich als Mietwagen einen Skoda Fabia 1.2 HPI (44kW). Klingt nach Qual, war es aber nicht. Bei 160km/h dreht er zwar mit 5000 U/min und macht etwas Rabbatz, dabei ist er aber nicht unakzeptabel laut. Mehr geht auch nicht, bei 5000 U/min liegen die 44kW an, drüber ist nicht, muss auch nicht. Durchzugsstark ist was anderes, flott voran kommt man damit trotzdem. Das Fahrwerk ist komfortabel, die Lenkung direkt, insgesamt macht er in schnelleren Kurven einen gutmütigen Eindruck. Bevor ich in die Papiere geschaut hatte, hätte ich auch auf die 1.4er-Motorisierung getippt. Drinnen war Europcar-Sparsamkeit, aber EFH vorn und Klima gabs auch. An der Bedienung gibts nichts zu meckern, klar, schlicht – deutsch eben. Sinnloser Weise ist auch im Skoda das Gaspedal oben angeschlagen, was bei mir zu Fußschmerzen führt. Immerhin sind die Sitzen bequem und verhinderten meinen Gasfußkrampf, nur die Sitzposition fiel höher aus, als ich es durch die BMW-Sessel gewohnt bin. Platz vorn wie hinten ist allgemein gut. Trotz unserer „Geschwindigkeitsorgie“ hat er immerhin nur 8,5 L Super gebraucht.
Der positivste Nebeneffekt vom Skoda war: Ich hatte mich schon zu sehr an die Leistung meiner Kiste gewöhnt, bin wieder voll zufrieden mit meinem ;) . (swg)

Mir hat mal jemand gesagt, Dresden sei ein Provinznest – wenn man was will, muss man es mindestens in Berlin kaufen. In Dresden: „Müssmer bestellen“. Klamottenmäßig ist Berlin gefühlt aber eine noch größere Katastrophe. Hosen für Männer sind hier blau und Jeans. Fragt man eine Verkäuferin, blitzt erst Ratlosigkeit und dann Panik in ihren Augen auf, anschließend lässt sie die Schultern hängen und macht ein Geräusch «hmmmmmm». Bei den großen Ketten hat mans leicht: ein RIESENREGAL voller blauer Jeans und eine verschämte Reihe Alibi: bissel schwarze Jeans, dazwischen olive Irgendwas mit aufgesetzten Beintaschen und selten noch was durchfallbraunes. Zu guter letzt noch die obligatorische graue kariertgestreifte Hose aus Billigbaumwolle für stolze 70,-€, die beim ersten Tragen schon die Form verliert. Waschen wird man die besser nicht. Eine helle Sommerhose ist jetzt gleich Weiße Jeans. Geschnitten: „slim“ – ich hab aber keinen Arsch und Beine wie ’ne zwölfjährige – oder „leger“, was bedeutet, dass der Arsch in den Kniekehlen hängt…
Der Streifzug durch die „Inn-„, „Szene-„, und „Designerläden“ ist eher ernüchternd. Für Frauen gibts alles, für Männer machen die Jeans mit Präfix: „inn“, hipp“, „individual…“ zu ebensolchen Preisen und weite oder enge T-Shirts bunt bedruckt. Aha.
Eine Jacke für den Übergang hab ich gefunden, von ’ner großen Kette *lol*. Das Lachen blieb mir im Halse stecken, als man 270€ dafür wollte. Keine Ahnung, wofür die das Geld wollten…
Als völlig lächerlich erwies sich auch mein Ansinnen, eine flache nicht-schwarze Umhängetasche für mich zu wollen.
Alles in allem ein Trauerspiel von 5 Stunden in der Berliner Mitte unter der Führung von eintausend.

Guggenheim hab ich mir Gott Sei Dank vorher angeguckt, sonst hätte ich wohl keine Lust mehr gehabt. War aber viel kleiner als erwartet. Morgen gibt’s nur Museum: erst der Botanische Garten, dann das Berliner Technikmuseum. (swg)

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