Kennt ihr das, wenn es Abends regnet, die Sonne knapp über dem Horizont aber nochmal unter den Wolken leuchten kann?
Woher Alina das hat, weiß ich nicht, aber »Flüssiger Sonnenschein« trifft es wirklich gut.
(swg)
Herbstzeit ist Spinnenzeit! Aktuell kreucht und fleucht das achtbeinige Getier wieder in allen (un)möglichen Ecken herum. Allzu prickelnd finde ich die in der Wonhnung auch nicht – insbesondere habe ich Vorbehalte bei den Ganzlangbeinigen. Andererseits tilgen sie recht zuverlässig Obstfliegen, wenn mal wieder irgendein Obst übersehen wurde und „drüber“ ist. Oder der Biomüll zu lange Zeit zur Entwicklung hatte … Ein ganz besonderer Gast hat sich auf unserem Balkon eingefunden.
Wir haben sie als Gartenkreuzspinne identifiziert. Gerade ist ihr eine Stinkwanze zum Opfer gefallen. Es ist schon einigermaßen faszinierend, womit so eine Spinne fertig wird. Gestern hat sie zwei Wespen erlegt und eingewickelt. Kleinere Fliegen hängen auch noch im Netz. Überhaupt: Das Netz! Mehrere Fäden spannen sich von der Balkondecke bis hinunter zum Blumenkasten. Man fragt sich, wie sie das angestellt hat! Pfeil und Bogen wird sie kaum benutzt haben, um den Faden hochzuschießen. Eigentlich kann sie sich ja nur von oben herunter gelassen haben – aber der Weg rings herum um den Balkon ist schon ganz schön weit. Vielleicht können wir sie ja heute Abend mal beobachten: Gartenkreuzspinnen bauen ihre Netze nachts.
Jetzt jedenfalls hat auch sie ihr Mittagessen beendet und die Stinkwanze einfach hingebammel.
(swg)
Dienstag früh, das Großraumbüro liegt im Dämmerlicht, leere Stille. Der Wasserkocher rauscht mit der Heizung um die Wette.
Es ist Herbst.
(swg)
Vor einer halben Stunde wollte ich schon angefangen haben, den Blumenkohl zu panieren. Leider hat die Schuleinführung gestern, und die anschließende Geburtstagsfeier meiner Nichte so reingehauen, dass aus meiner halben Stunde Vor-Mittagsschlaf 1½ Stunden geworden sind. Egal. Jannika und Mika spielen friedlich im Kinderzimmer. Maria ist mit Alina in Radeberg, Omas altes Fahrrad holen; Ein Kollege interessiert sich dafür. Zeit, Mittagessen zu machen; Es ist schon dreiviertel zwölf.
Eilig schnippel und paniere ich den Blumenkohl, Maria müsste ja bald zurück sein. Ich überlege, dass ich eigentlich mit den Bratkartoffeln hätte anfangen müssen – die dauern länger – stelle dann aber fest: Gibt gar keine Kartoffeln mehr. Paniere ich halt den Rest Süßkartoffel mit, irgendwie wird es schon für ein Mittag reichen. Mika kommt angetrottet, will beim kochen helfen. Meinetwegen; Die panierten Blumenkohlröschen kann er gerne in den Topf schmeißen. Oder den Deckel vom Warmhalter-Topf lüpfen, wenn ich ein fertiges Röschen da hinein buchsieren will. Offenbar macht ihn das hungrig – welch selten Phänomen! Er setzt sich an den Balkontisch vorm Küchenfenster und verlangt nach einem Teller und ’ner Gabel. Ich paniere fleißig weiter.
Nach der Hälfte seines Tellers voll Blumenkohls fällt ihm auf: »Schmeckt nich!« »Was willst Du denn dann?!« »Nudeln!!« Was frag ich Depp auch. Ist ja kein Beinbruch, eine kleine Portion setz ich an, den Rest kriegt er abends. »Papaaa?!« »Ja?« »Wie lange’n noch?« »Noch zehn Minuten.« Ich hab die glutenfreien Nudeln gemacht, die brauchen immer etwas länger, so 13 bis 14 Minuten. Dann kann Alina da auch was von essen, wenn sie möchte. Erfahrungsgemäß mach‘ ich sowieso immer zu viel, egal wie sehr ich mich mühe.
»Papaaa?!« »Ja?« »Wie lange’n noch?« »Noch fünf Minuten.« Die Süßkartoffelwürfel sind auch fertig paniert und zischen in der heißen Butter im großen Topf. Der Herd piept, die Nudeln sind fertig. Abgießen schaffe ich mit dem kleinen Topf ohne Sieb nur mit schmalem Spalt am Deckel. »Mika. Deine Nudeln sind fertig …«
Ach, egal. Bisschen was hat er gegessen und mir bleibt das Einschlafgewurschtel im Schlafzimmer erspart.
(swg)