Alles ist weiß heute morgen, mehr, als ich es gestern vermutet hätte. Auch sind es nur um die null Grad, es matscht und friert und matscht… Gestern Abend hab ich unsere Feuerwehr-Zufahrt vom ersten dünnen Hauch Schnee befreit und gemerkt, dass ich es damit eigentlich schlimmer gemacht habe: Jetzt war die sanfte Schräge eine 1a-Rutschbahn. Also schnell noch etwas Kies drüber.

Heute Morgen liegt etwas mehr, aber es pappt genauso, wie gestern Abend. Die Hauptstraßen sind geräumt – natürlich werden die Radwege als Lagerfläche benutzt. Auf den eiskalten Böden gefriert der Matsch trotzdem unangenehm, mit den Spikes auf dem Fahrrad ist es kein Problem. Angenehmer fährt es sich in den Nebenstraßen, da ist die Schneedecke geschlossen und einfach nur festgefahren.

Und dann kam da noch der Kollege auf Arbeit in die Teeküche mit dem breitesten Grinsen, dass ich bei ihm seit langem gesehen habe: Im Herbst hatten wir über das Für und Wider von Spikes diskutiert. Am Ende hat er welche bestellt und nun heute die Chance gehabt, sie mal richtig auszuprobieren. Er hatte Spaß. Unübersehbar.

(swg)

Langsam dämmert der Morgen herauf, die Sonne guckt noch nicht über den Horizont. Das trübe Dunkelgrau wandelt sich zu einem ebenso trüben Blaugrau, anfangs mit einem satt-orangen Streifen im Osten, der schnell blasser wird. Mein Blick schweift über die raureifbedeckten Dächer der alten Bahngebäude, Lockschuppen und Werkhallen. Im Westen am Hang stehen alte Mehrfamilien- und Siedlungshäuser. Aus jedem Schornstein dampft eine Gasheizung ihr Fähnchen in die eisig-kalte Morgenluft. Die Sonne kriecht hinter mir langsam über den Horizont, sie spiegelt sich kupfern in Glasfasaden und Fenstern jenseits der Bahngleise und der Weißeritz. Von hier sieht man den morgentlichen Verkehr nur in einer schmalen Lücke am Kraftwerk über die Nossener Brücke herein rollen. Unten vorm Haus rangiert der Lkw des Autohändlers in seine Parkposition – Gebrauchte vom Autohaus abholen. Langsam belebt es sich.

Ich mag den frühen Morgen im Fitnessstudio. Es sind immer die fast gleichen Szenen unten und in der Ferne, weit weg. Und immer sind nur die gleichen vier/fünf Leute da. Noch niemand hat die Musikbeschallung eingeschaltet, die Trainer kommen erst noch. Man schnauft angestrengt in die Stille des Morgens und guckt nach draußen, losgelöst vom Treiben unten.

(swg)